Hauptstadtpresse Mehr Print für Berlin: "Zitty" wird zum Wochenmagazin

Dienstag, 09. Juni 2015
"Zitty" erscheint ab Mittwoch wöchentlich
"Zitty" erscheint ab Mittwoch wöchentlich
Foto: Raufeld
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Raufeld Lydia Brakebusch Stefan Tillmann Jens Lohwieser


Der Berliner Printmarkt wird wieder ein bisschen härter - dank "Zitty". Das etablierte Hauptstadtmagazin verändert seinen Erscheinungsrhythmus und liegt künftig nicht alle 14 Tage, sondern wöchentlich am Kiosk. Außerdem verändert der Berliner Verlag Raufeld Layout und inhaltliche Schwerpunkte.
Ein Jahr nach dem Kauf von "Zitty" rücken Themen aus Politik, Stadt, Gesellschaft und Kultur wieder stärker in den Vordergrund des traditionell linken Titels. Auf 84 bis 96 Seiten sollen künftig immer mittwochs neben einem pointierten Wochenrückblick Reportagen, Interviews und Geschichten zum aktuellen Geschehen in der Hauptstadt erscheinen. Neue Inhalte wie die Kolumne "Stadtschreiber", für die Raufeld bekannte Autoren wie Jana Hensel ("Zonenkinder", bis 2014 stellvertretende Chefredakteurin "Freitag") und Helmut Krausser ("Fette Welt", "Einsamkeit und Sex und Mitleid") gewinnen konnte, ergänzen gewohnte Bestandteile wie Berichte über das Theater-, Musik- und Kunstgeschehen sowie den ausführlichen Veranstaltungskalender. "Wir verzichten bewusst auf nachrichtliche Texte, die die meisten Menschen heute aus den digitalen Kanälen bekommen und konzentrieren uns auf die Geschichten, die hinter den Nachrichten liegen", sagt "Zitty"-Chefredakteurin Lydia Brakebusch. Co-Chefredakteur Stefan Tillmann ergänzt selbstbewusst: "Die neue Zitty  enthält alles, was man über die Stadt wissen muss – mehr braucht man in Zukunft in Berlin nicht mehr."  Eine Konkurrenz zu den Print-Kollegen vor Ort wolle man jedenfalls nicht aufbauen, ergänzt Jens Lohwieser, Geschäftsführer von Raufeld. "Wir orientieren uns vielmehr an den ehemaligen Tageszeitungslesern, die sowieso schon weg sind. Wir werden niemanden aktiv abwerben."

Stattdessen sei die Neupositionierung der "Zitty"  ein logischer Schritt. Nachdem man mit dem Relaunch von "Tip Berlin" im vergangenen Jahr das klassische, serviceorientierte Kultur- und Stadtmagazin modernisiert habe, gebe es mit "Zitty" nun ein Angebot für all jene, die sich politisch und hintergründig über die Stadt informieren wollen. "Wir glauben fest daran, dass das Konzept einer Wochenzeitschrift für Berlin interessierte Leser finden wird."

Neben dem Relaunch des Print-Magazins wird auch das digitale Angebot komplett überarbeitet. Das gesamte "Zitty"-Programm sowie sämtliche Serviceangebote wie Restaurantempfehlungen und Freizeittipps finden die Nutzer fortan auf dem mobilen Portal Go.berlin. Die Website Zitty.de erhält in den nächsten Monaten ebenfalls  eine neue Struktur.

Interessant für Werbekunden: Die Anzeigenpreise werden an den wöchentlichen Erscheinungsrhythmus angepasst und halbiert, das heißt, die Unternehmen sind bei gleichbleibendem Budget häufiger mit ihrer Werbung im Magazin präsent. Halbiert wurde auch der Copypreis, der jetzt bei 2 Euro liegt. Die Druckauflage bleibt mit 35.000 Exemplaren unverändert. Begleitet wird die Neupositionierung der Zitty durch eine Werbekampagne, die mit Plakaten, Filmen, Anzeigen und Social-Media-Aktionen auf das neue Wochenmagazin und die digitalen Angebote aufmerksam macht. kl
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