Handball-WM Medienwächter beanstanden Übertragung im Netz

Dienstag, 31. Januar 2017
Das deutsche Team mit Paul Drux (Nummer 95) wurde von der AOK gesponsert
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© Screenshot handball.dkb.de

Deutschlands Medienaufseher haben die Live-Übertragung der Handball-WM im Netz durch die Deutsche Kreditbank beanstandet, aber auf ein weiteres Vorgehen verzichtet. Das teilte die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten nach ihrer Sitzung in Stuttgart am Dienstag mit. Die Internet-Liveübertragung hätte einer rundfunkrechtlichen Zulassung bedurft, hieß es.

"Unbestritten stellte die Liveübertragung der Handball-WM-Spiele im Internet einen an die Allgemeinheit gerichteten linearen Informations- und Kommunikationsdienst dar", wurde weiter mitgeteilt. Das ist genehmigungspflichtig. "Die journalistisch-redaktionelle Gestaltung eines Angebots entfällt nicht dadurch, dass ein Dritter die Rechte für eine Zweit- oder Parallelverbreitung in einem anderen Land erwirbt und das Angebot dort unter eigener Verantwortung verbreitet oder verbreiten lässt."

Die DKB hatte vom 11. bis 29. Januar 2017 per HD-Livestream 51 von 88 Spielen der Handball-WM auf der Internetplattform Handball.dkb.de und auf dem YouTube-Kanal der DKB übertragen. Alle Spiele wurden kommentiert. Bei den deutschen Spielen, dem Eröffnungsspiel, den Halbfinalspielen und dem WM-Finale war ein von der DKB bereitgestellter deutscher Kommentar zu hören.

"Dieser Fall endet nur deshalb mit einer Beanstandung, weil es ein außergewöhnlicher Einzelfall ist", sagte ZAK-Vorsitzender Siegfried Schneider. "In einem Wiederholungsfall muss damit gerechnet werden, dass ein Angebot schon im Vorfeld untersagt wird." Die DKB hatte bereits erklärt, sie werde keine Streams der Handball-WM 2019 zeigen. dpa

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