Handball WM 2017 Sponsor DKB sichert sich die exklusiven Übertragungsrechte

Donnerstag, 05. Januar 2017
Die Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft laufen exklusiv auf der DKB-Plattform
Die Spiele der deutschen Handball-Nationalmannschaft laufen exklusiv auf der DKB-Plattform
© Sascha Klahn/DHB

Man kann es getrost als Sensation bezeichnen: Mit der Deutschen Kreditbank (DKB) hat ein Großsponsor kurz vor Turnierbeginn am 13. Januar die Übertragungsrechte an der Handball-Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich gekauft. Zuvor waren sämtliche Verhandlungen deutscher Medien mit dem Rechtehalter BeIN Sports gescheitert.

Die DKB überträgt damit exklusiv alle Spiele der Deutschen Handball-Nationalmannschaft sowie weitere Partien live und kostenlos auf handball.dkb.de - empfangbar ist die Plattform ausschließlich in Deutschland. Umgesetzt wird der Livestream mit Youtube als technischem Partner. "Als langjähriger Partner des Sports und des Handballs ist es uns ein Anliegen, dass die große Begeisterung für diese Sportart, aber auch für den Sport im Allgemeinen, in Deutschland bestehen bleibt und ausgebaut wird", sagt Stefan Unterlandstättner, Vorstandsvorsitzender der DKB.

Mit der Live-Übertragung der Handball-WM schafft die DKB ein besonderes Beispiel der Sponsoring-Aktivierung und zugleich ein Novum: Noch nie hat hierzulande ein Sponsor die Rechte an einer sportlichen Großveranstaltung erworben. Das Kreditinstitut ist seit der Saison 2012/13 Namenssponsor der Handball-Bundesliga. Der ursprünglich bis 2017 laufende Vertrag wurde kürzlich bis 2019 verlängert. Beim Deutschen Handballbund ist das Unternehmen auf der Ebene eines Premium-Sponsors angesiedelt. Hauptsponsor sind die AOK (Männer) und EZ Trader (Frauen). Weitere Premium-Partner des Verbands sind Nigrin, Megawood und Prowin.

Zuvor waren sämtliche Verhandlungen von deutschen Medien mit der Sportrechte-Agentur BeIN Sports, die im Auftrag des Handball-Weltverbands die Übertragungsrechte verkauft, gescheitert. ARD und ZDF kamen nicht zum Zug, weil BeIN Sports eine Übertragung der Spiele außerhalb Deutschlands durch einen deutschen Medienpartner offenbar strikt untersagt. Auch Sky, das schon 2015 in einer ähnlichen Situation eingesprungen war, soll laut "Bild" interessiert gewesen sein - doch auch hier kam es offenbar zu keiner Einigung.
Handball
Bild: roostler/Fotolia

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Im Internet wäre dies durch Geoblocking problemlos zu leisten - doch auch die zuletzt in Gesprächen mit BeIN befindlichen Streaming-Dienste Sportdeutschland.tv, das mehrheitlich zu Pro Sieben Sat 1 gehört, und DAZN konnten sich nicht mit den Katarern einigen. Es habe auch keine Begründung gegeben, warum das Angebot von Sportdeutschland.tv abgelehnt wurde, so Geschäftsführer Björn Beinhauer gegenüber dem Fachmagazin "Sponsors". Die DKB gewährleistet nun den Empfang ausschließlich innerhalb Deutschlands.

Der Deal wirft natürlich einige Fragen auf: Welche Bedingungen sind an die Rechtvergabe geknüpft? Und ist es wünschenswert, dass ein offizieller Sponsor des Deutschen Handballbundes den Rahmen für die Berichterstattung von Turnierspielen setzt? Wird Platz für kritische Worte sein? Mit welchem Personal überträgt die DKB die Spiele? Handball-Fans werden es erleben - spätestens ab dem 13. Januar, wenn Deutschland mit der Partie gegen Ungarn in das Turnier startet. ire/fam 
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