Hamburg.de Axel Springer verkauft Regionalportal an die Stadt Hamburg / Steigt jetzt DuMont ein?

Mittwoch, 19. Juli 2017
Axel Springer stößt Hamburg.de ab
Axel Springer stößt Hamburg.de ab
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Tor zur Welt: Axel Springer will zwar ein immer digitaleres Medienhaus werden – aber eher auf den großen Bühnen im nationalen, lieber noch internationalen Business. Das regionale Geschäft bindet da unnötig Kapital und Managementkapazität. Deshalb trennt sich Springer nach zehn Jahren von seinen Mehrheitsanteilen am offiziellen Stadtportal Hamburg.de. Die Trennungsgespräche laufen schon länger, dehalb ist jetzt eine andere Frage spannender: Wer steigt stattdessen ein?

Axel Springer und die Freie und Hansestadt Hamburg (genauer: die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) haben sich jetzt geeinigt: Springer verkauft seine 61,9 Prozent Anteile an der Hamburg.de-Betreibergesellschaft an die Stadt – die mit fortan 87 Prozent vorerst als Mehrheitseigner agiert. Weitere Gesellschafter sind die Hamburger Sparkasse (10,5 Prozent) und die Sparkasse Harburg-Buxtehude (2,5 Prozent).

„Der Verkauf unserer Anteile erfolgt vor dem Hintergrund einer stärkeren Internationalisierung und der Strategie, uns aus rein lokal bezogenen Einzelaktivitäten zurückzuziehen“, sagt Jens Müffelmann, Chef von Axel Springer Digital Ventures. Dem Deal müssen noch der Senat der Stadt Hamburg sowie die Kartellbehörde zustimmen.

Das an der Elbe führende Veranstaltungsportal (4,5 Millionen IVW-Visits im Juni 2017) bündelt öffentliche E-Government-Dienste und privatwirtschaftliche Angebote. Daher gelten nun die Mediengruppen Funke („Hamburger Abendblatt“) und DuMont („Hamburger Morgenpost“) als Verlage der dortigen Lokaltitel als mögliche Interessenten an einem Einstieg beim Stadtportal.

Die „Mopo“ versucht sich derzeit mit einem eigenen Angebot auf diesem Feld, das mit dem offiziellen Stadtportal gut kombinierbar wäre. Und in Berlin ist das Mutterhaus DuMont („Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“) am dortigen Portal Berlin.de mit immerhin 74,8 Prozent beteiligt (Rest: Investitionsbank Berlin). DuMont will sich auf Anfrage zu diesem Thema nicht äußern. Und ein Funke-Sprecher sagt: "Wir sind in keinen Gesprächen zum Stadtportal Hamburg.de". rp

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