Hamburg First "Mopo" steigt in regionale Mandanten-Vermarktung ein / Erste Paid-Content-Bilanz

Mittwoch, 13. Mai 2015
Suan Molzow, Geschäftsführerin der "Mopo"
Suan Molzow, Geschäftsführerin der "Mopo"
Foto: Hamburger Morgenpost

Die "Hamburger Morgenpost" ("Mopo") will künftig auch andere Hamburger Medien bei regionalen Werbekunden vermarkten. Um sich als unabhängiger Dienstleister zu empfehlen, gründet die "Mopo" eine Gesellschaft namens Hamburg First, über die sie auch ihre eigene regionale Print- und Onlinevermarktung laufen lässt. Vier externe Mandanten gibt es bereits.

So lassen das Stadtmagazin "Szene Hamburg" und die lokalen Radiosender Alsterradio und 917.XFM ihre Websites nun von Hamburg First vermarkten, ebenso das Online-Stadtportal hamburg-magazin.de; bis jetzt haben sie dies selber übernommen. Zugleich vermarktet die neue Firma alle "Mopo"-Medien regional: Tages- und Sonntagszeitung, die Magazinableger – gerade ist mit "Unser Hafen" der sechste Titel (5,95 Euro) erschienen, eine siebte Reihe folgt bald – und alle Digitalangebote inklusive Website, Mobile und Apps. Die nationale "Mopo"-Vermarktung läuft weiterhin über M. DuMont Schauberg mit Medienhaus Deutschland (Print) und Ströer (Digital).

Die Titelseite vom "Unser Hafen"-Magazin
Die Titelseite vom "Unser Hafen"-Magazin (Bild: Hamburger Morgenpost)
Obwohl Hamburg First mit zwölf Mitarbeitern auch Print-Mandanten anpeilt, konzentriert man sich zunächst aufs Digitale und wähnt sich durch die thematische Bündelung regionaler Informations- und Unterhaltungsangebote "bei der digitalen Vermarktung als Platzhirsch in der Stadt", sagt Geschäftsführer Matthias Rahnfeld, bisher Anzeigenleiter der "Mopo". Die konkurrierenden Vor-Ort-Vermarkter von Funke ("Hamburger Abendblatt"), Axel Springer ("Bild"/"Welt" Hamburg) und Radio Hamburg sieht er als „analoge Reichweitenangebote“. Hamburg First hingegen sei kanalübergreifend stark: "Wir sind der einzige Verlag, der in seiner regulären Preisliste mit einem eigenen Crossmedia-Tarif unterwegs ist." Derweil zieht "Mopo"-Geschäftsführerin Susan Molzow eine erste Bilanz ihres Paid-Content-Vorstoßes mit dem Bezahldienst Laterpay im Herbst 2014. Die Konversionsrate sei nun auf 4 Prozent gestiegen: "Wir werden dadurch nicht reich, doch die Zeit arbeitet für uns – und wir sammeln wertvolle Erfahrungen." Welche denn? "Wir hatten erwartet, dass die aufwendigen Reportagen und Servicebeiträge am besten konvertieren – doch es sind eher unsere Reichweitenklassiker aus dem Hamburger Stadt- und Sportgeschehen", sagt Molzow. Dementsprechend justiere man hier laufend nach, auch bei den Preispunkten.

Viel Freude machen ihr die mittlerweile sechs Magazinreihen, die mit jeweils ein oder zwei Heften pro Jahr (Copypreis 4,95 bis 5,95 Euro) und einer Druckauflage von je 20.000 Stück erscheinen – und oft ausverkauft sind. "Damit gewinnen wir Anzeigenkunden, vor allem Premium-Markenartikler, für die 'Mopo' hinzu oder zurück, die sich in einem thematisch fokussierten Magazin besser aufgehoben fühlen als im Boulevardzeitungs-Umfeld", so Molzow. Ihr Ziel ist es, dass die Magazine und die weiteren Geschäfte jenseits der Zeitung (Bücher, Merchandising, Reisen, Events und Workshops/Vorträge) eines Tages rund 15 Prozent vom Gesamtumsatz ausmachen, ebenso viel wie bereits heute das Digitalgeschäft. rp

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