Hamburg, Berlin, München Das sind die attraktivsten Städte für Medienschaffende

Donnerstag, 21. September 2017
Der "Spiegel" ist einer der großen Medien-Arbeitgeber in Hamburg
Der "Spiegel" ist einer der großen Medien-Arbeitgeber in Hamburg
© Jürgen Herschelmann

Wenn sich Medienschaffende ihren Wohn- und Arbeitsort aussuchen dürften, dann wäre Hamburg das Maß aller Dinge. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Danach ist für beinahe ein Drittel der Befragten die Hansestadt am attraktivsten. Aber auch Berlin und München kommen gut an.
Die repräsentative Studie, für die nextMedia.Hamburg, Deloitte und Xing 528.000 Xing-Profile von Medienschaffenden ausgewertet und 1050 sogenannte "Media Worker" befragt haben, lässt die Schlussfolgerung zu, dass es in Deutschland nur wenige Städte gibt, in denen sich Medienschaffende so richtig wohl fühlen. Einen ungefährdeten Sieg fährt Hamburg ein. Die Hansestadt, in der neben klassischen Verlagen wie Gruner + Jahr, Spiegel, Bauer Media und dem Jahreszeitenverlag auch Internet-Konzerne wie Google Deutschland, Facebook und Snapchat sitzen, ist für 31 Prozent die erste Wahl.

Die attraktivsten Medienstädte Deutschlands

Quelle: Deloitte/Xing
Berlin, wo unter anderem Axel Springer seinen Hauptsitz hat, landet mit 23 Prozent auf Rang 2. Danach folgen die "TV-Städte": München, wo etwa Pro Sieben Sat 1 ansässig ist, kommt auf 15 Prozent. Köln, wo neben RTL auch die DuMont Mediengruppe beheimatet ist, erreicht mit 11 Prozent Rang 4. Damit üben mit insgesamt 80 Prozent vier Städte in Deutschland mit großem Abstand die höchste Anziehungskraft auf Media Worker aus. Städte wie Düsseldorf (6 Prozent), Frankfurt (5 Prozent), Stuttgart (4 Prozent), Leipzig (3 Prozent) sowie Dortmund und Essen (jeweils 1 Prozent) müssen dagegen wohl damit leben, bei Medienschaffenden als wenig attraktiv zu gelten.

Dass es in Deutschland nur wenige "echte" Medienstädte gibt, zeigen auch andere Zahlen aus der Studie. So arbeiten 30 Prozent aller Medienschaffenden in Deutschland in den drei Städten Berlin, Hamburg oder München. Berlin ist als einwohnerstärkste Stadt in Deutschland auch die Stadt mit den meisten Media Workern.

Die Studie zeigt zudem, dass die Medienbranche stark vom Sog der digitalen Transformation erfasst wurde - und dass es einen Wandel bei den Berufen und Arbeitgebern gibt. So arbeiten Medienschaffende heute längst nicht mehr nur in Verlagen, Rundfunkanstalten oder Agenturen. Der Studie zufolge ist die Zahl der Media Worker in branchenfremden Bereichen seit 2015 um 50 Prozent gestiegen. Jeder sechste Medienschaffende ist bereits in einer anderen Branche beschäftigt.

Im Zuge dessen steigt die Zahl der Medienschaffenden auch deutlich an. Bei Xing sind in diesem Jahr fast 528.000 Media Worker registriert – acht Prozent mehr als noch 2015. Aus Sicht von Felix Altmann, Manager Corporate Communications bei Xing, zeigt das, dass der digitale Wandel der traditionellen Medienindustrie nicht zwangsläufig zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen muss. Vielmehr lege das den "Schluss nahe, dass die Bedeutung von Medienexpertise in den letzten Jahren sogar zugenommen hat und jenseits der angestammten Branchengrenzen neue Tätigkeitsfelder für Medienschaffende entstehen können." mas 

Studiensteckbrief

Name:#dasmitmedien

Auftraggeber:Deloitte, Xing, nextMedia.Hamburg

Marktforschungsinstitut:Deloitte

Zielsetzung: Untersuchung der Arbeitsbedingungen von Medienschaffenden in Deutschland

Erhebungsmethode:Big Data Analyse von Xing-Profilen und Online-Befragung

Grundgesamtheit:528.000 anonymisierte Xing-Profile von Media Workern, 1050 Medienschaffende (Befragung)

Erhebungszeitraum:August 2017

Auf Werbewirkung-forschung.de: Nein

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