Halbjahreszahlen von Axel Springer Steigender Umsatz, weniger Gewinn

Dienstag, 04. August 2015
Blick auf die Axel-Springer-Zentrale
Blick auf die Axel-Springer-Zentrale
Foto: Axel Springer

Axel Springers Digitalisierungsstrategie trägt weiter Früchte: 60 Prozent des Konzernumsatzes und drei Viertel vom EBITDA erwirtschaftet der Berliner Medienkonzern mit digitalen Geschäftsfeldern. Als größter Wachstumstreiber habe sich das Geschäft mit Kleinanzeigen im Netz erwiesen, das Springer im Segment Rubrikenangebote zusammenfasst.
Axel Springer hat den Konzernumsatz im ersten Halbjahr um 9,8 Prozent auf 1,57 Milliarden Euro gesteigert. 60 Prozent davon kamen aus dem Digital-Bereich, wie das Unternehmen mitteilt. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) blieb stabil: In den ersten sechs Monaten des Jahres lag das Ergebnis bei 266,7 Millionen Euro und damit praktisch auf dem Niveau des Vorjahres (266,1 Millionen). 75 Prozent des EBITDA stammen aus dem Digitalen. Der Konzernüberschuss ging - bereinigt um Sondereffekte und Abschreibungen - um 30,6 Millionen Euro auf 111 Millionen Euro zurück.

Digitale Geschäftsfelder

Digital bleibt der große Wachstumstreiber von Axel Springer. Die Pro-Forma-Erlöse der digitalen Aktivitäten wuchsen im ersten Halbjahr auf 946,6 Millionen Euro und legten damit ein organisches Wachstum von 11,6 Prozent hin. Erneut kräftig wuchsen die Auslandserlöse, die ein Plus von 23,6 Prozent verzeichneten und bei 753,9 Millionen Euro lagen. Fast die Hälfte (47,8 Prozent) des Konzernumsatzes erwirtschaftet Springer damit in internationalen Märkten. Der Fokus auf digitale Aktivitäten beflügelt auch die Werbeerlöse. Diese erhöhten sich um 15,3 Prozent auf 985,9 Millionen Euro - gut 80 Prozent davon entfielen auf die digitalen Geschäftsmodelle. Von der Vertriebsfront kommen derweil keine guten Nachrichten: Hier gingen die Erlöse um 3,7 Prozent auf 351,1 Millionen Euro zurück. Allerdings habe man dies "aufgrund der strukturellen Rückgänge im Printgeschäft" auch erwartet, wie Springer betont.
Mathias Döpfner
Bild: Axel Springer

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Rubrikenangebote

Mit deutlich zweistelligen Zuwachsraten bei Umsatz und Gewinn sind die Rubrikenangebote der wichtigste Wachstumsmotor des Unternehmens - und gleichen damit die Rückgänge bei Bezahl- und Vermarktungsangeboten aus. Insgesamt legte das Segment in den ersten sechs Monaten des Jahres um 56,8 Prozent auf 355,3 Millionen Euro zu. Das organische Wachstum auf Pro-Forma-Basis habe 13,3 Prozent betragen. Das EBITDA lag bei 147,3 Millionen Euro und kletterte damit um 45,9 Prozent.

Bezahlangebote

Weiter rückläufig ist das Geschäft im Segment Bezahlangebote, wo der Umsatz im ersten Halbjahr um 4,1 Prozent auf 728,9 Millionen Euro zurückging. Bedingt wurde dies unter anderem durch einen Rückgang der Werbeerlöse um 8,5 Prozent. Dafür gibt es laut Springer allerdings eine gute Erklärung: Die Fußball-WM 2014, die "Bild" mit einer Sonderausgabe begleitete, ließ die Werbeerlöse im 2. Quartal des Vorjahres stark anziehen. Bei den Vertriebserlösen steht ein Minus von 3,8 Prozent. Das EBITDA verringerte sich derweil um 31,6 Prozent auf 90,8 Millionen Euro - Grund dafür seien "im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegene Restrukturierungsaufwendungen sowie Investitionen in den Ausbau unserer digitalen journalistischen Angebote", wie Springer ausführt.

Mit der Entwicklung der digitalen Abonnements von "Bild" und "Welt" zeigte Springer sich zufrieden: Insgesamt verzeichneten beide Angebote per Ende Juni 2015 348.000 Abonnenten. 282.000 davon nutzen eines der "Bild"-Angebote, rund 66.000 eines der "Welt". Erst gestern hatte Springer zudem vermeldet, dass dem Polit-Magazin Politico im Juli der Sprung über die Marke von 1 Million Unique User gelungen sei.
„Das starke organische Wachstum unserer digitalen Aktivitäten bestätigt unseren strategischen Kurs.“
Mathias Döpfner

Vermarktungsangebote

Hier stieg der Umsatz um 15,5 Prozent auf 428,1 Millionen Euro. Eine wichtige Säule dabei waren die Werbeerlöse, die getrieben von Zuwächsen im Performance Marketing um 10,7 Prozent anzogen. Das EBITDA des Segments ging derweil aufgrund erhöhter Investitionen um 11,9 Prozent auf 48,7 Millionen Euro zurück.

Ausblick

"Wir haben im ersten Halbjahr weiter kräftig in digitale Geschäftsmodelle im In- und Ausland investiert. Das starke organische Wachstum unserer digitalen Aktivitäten bestätigt unseren strategischen Kurs. Für das gesamte Geschäftsjahr 2015 rechnen wir wie erwartet mit einem deutlichen Ergebniszuwachs im Konzern", so Springer-Chef Mathias Döpfner. Die Gesamterlöse sollen nach Erwartungen des Vorstands im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, das EBITDA im hohen einstelligen Prozentbereich. ire

Business Insider kommt bei Finanzen.net unter

Dass das US-Wirtschaftsportal Business Insider nach Deutschland kommt, zeichnete sich bereits seit Längerem ab. Das von Axel Springer mitfinanzierte Projekt soll hierzulande im 4. Quartal dieses Jahres starten, wie Springer im Zuge der Bilanzvorlage mitteilte. Business Insider Deutschland wird vom Springer-Portal Finanzen.net betrieben. "Business Insider hat schon viele Leser in Deutschland, daher macht der Start eines deutschen Angebots für uns sehr viel Sinn", so Gründer und CEO Henry Blodget. "Wir sehen die einzigartige Chance, mit der nächsten Generation von Wirtschaftsführern, die Inhalte auf neue Art und Weise konsumieren, in Kontakt zu kommen. Es ist spannend, die globale Expansion von Business Insider zu verfolgen und wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit dem finanzen.net-Team, das bereits auf viele Erfolge im Bereich digitaler Medien zurückblicken kann."
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