Halbjahresbilanz Bertelsmann investiert und steigert Gewinn

Freitag, 30. August 2013
Bertelsmann fährt Rekordgewinn ein
Bertelsmann fährt Rekordgewinn ein

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann kann für das 1. Halbjahr 2013 ein Rekordergebnis vorlegen. Mit 419 Millionen Euro liegt es erstmals seit zehn Jahren oberhalb der 400-Millionen-Euro-Marke. Der Umsatz ist jedoch leicht um 1,9 Prozent auf 7,43 Milliarden Euro gesunken. Grund für das Minus sind das konjunkturell schwierige Umfeld sowie strukturelle Probleme in einigen Geschäften. Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Operating Ebit) lag im 1. Halbjahr bei 768 Millionen Euro - 38 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Ergebnisanstieg kommt vor allem durch einen Ergebniszuwachs bei der Mediengruppe RTL Deutschland sowie bei der Buchverlagsgruppe Random House zustande. Das Konzernergebnis profitiert zudem von Sondereinflüssen wie einem Gewinn aus der vollständigen Übernahme des Musikrechteunternehmens BMG.

Bertelsmann-CEO Thomas Rabe
Bertelsmann-CEO Thomas Rabe
In den ersten sechs Monaten hat der Gütersloher Konzern rund 1,6 Milliarden Euro investiert - darin eingerechnet sind auch übernommene Finanzschulden. CEO Thomas Rabe baut den Konzern um und will ihn digitaler, wachstumstärker und internationaler aufstellen. Zu den wichtigsten Schritten der vergangenen Monate gehört der Zusammenschluss von Random House mit Penguin, die Komplettübernahme von BMG sowie der Kauf der Gothia Financial Group. Die mangelnde Bereitschaft zu investieren, war lange intern kritisiert worden. Nun zeichnet sich eine deutliche Trendwende ab.

Um den Umbau zu finanzieren, hat sich Bertelsmann unter anderem auch von Anteilen an seiner Cash-Cow RTL Group getrennt. Der TV-Konzern hat ebenfalls für das 1. Halbjahr ein gutes Ergebnis präsentiert und die Ausschüttung einer Sonderdividende angekündigt. Der Umsatz der Sparte lag bei 2,8 Milliarden Euro und damit fast auf Vorjahresniveau. Das Operating Ebit stieg von 498 Millionen Euro auf 545 Millionen Euro.

Der Verlag Gruner + Jahr, der gerade von CEO Julia Jäkel umgebaut wird, leidet weiter unter einem Umsatzrückgang, konnte das operative Ergebnis jedoch halten. Der Umsatz fiel von 1,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 1 Milliarde Euro. Das Minus geht auch auf die Teilschließung der G+J Wirtschaftsmedien zurück. G+J hatte die "Financial Times Deutschland" nach jahrelangen Verlusten Ende 2012 eingestellt und "Impulse" verkauft.

Das Anzeigengeschäft von G+J entwickelt sich positiv. G+J wächst damit gegen den Markt. Brutto liegen Zeitschriften laut Nielsen von Januar bis Juli um 2,7 Prozent im Minus. Die Vertriebserlöse des Verlags sinken jedoch leicht in fast allen Märkten.

Bei der Dienstleistungssparte Arvato, an deren Spitze Achim Berg im April 2013 Rolf Buch abgelöst hat, stieg der Umsatz minimal auf 2,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis fiel jedoch auf 84 Millionen Euro - 4 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum. Grund sind unter anderem Akquisitionskosten. pap
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