HORIZONT liest... "Freundin Donna" Für Frauen, die all das erlebt haben, was Mädchen erst entdecken

Donnerstag, 15. August 2013
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Zeitschriften für Frauen jenseits der magischen 50-Jahre-Grenze gibt es wie Sand am Meer. Als Burda 2010 ankündigte, unter dem "Freundin"-Dach den Ableger "Donna" für Frauen ab 45 zu launchen, klang das, als würden die Münchner Eulen an den Athener Kiosk tragen wollen. Doch die Einschätzung, dass die deutsche Printlandschaft kein weiteres Produkt für diese Zielgruppe verträgt, war falsch. "Freundin Donna" bildet genau die Lebenswelt derjenigen ab, die in den 1970er und 80ern noch durch Clubs getourt sind und als erste Generation kein klares weibliches Rollenbild mehr ausfüllen. Mit breiter Themenvielfalt, gutem Gespür für Geschichten und vor allem deren Umsetzung, holen Chefredakteurin Ulrike Zeitlinger und ihr Team die Leserinnen genau da ab, wo sie gerade stehen: In der Mitte des Lebens.

Der Inhalt

"Freundin Donna" ist kein Heft, das im Potenzial der "Freizeit Revue"-Leserinnen wildert. Es spricht mit hochwertiger Optik und Themenauswahl vielmehr diejenigen an, die aus der jugendlicheren Presse hinauswachsen und nach Zeitschriften suchen, die ihre jetzige Welt besser verstehen. Das Spektrum beinhaltet die üblichen Schwerpunkte Mode, Beauty und Liebe, aber auch die Ressorts "Gesundheit", "Kreativ Wohnen", "Kochen" und "Interviews & Kultur".

"Donna"-Leserin bereuen wenig
"Donna"-Leserin bereuen wenig
Vor allem in den klassische Ressorts zeigen sich jedoch die Unterschiede zur jüngeren publizistischen Konkurrenz. Die Artikel sind ein wenig reifer, ein wenig passender, ein wenig durchdachter geschrieben. Es geht darum, wie schwer es ist, nach einer Scheidung als alleinerziehende Mutter von vorn anzufangen, nicht um die Trennung vom Lover. Die Models tragen Kleidergröße 38, nicht 32.

Es sind kluge, gut formulierte Texte von Autorinnen, die unverkennbar selbst der Altersgruppe angehören. "Donna" nimmt das Leben augenzwinkernd. Wir werden älter? Na und? Den Spaß lassen wir uns doch durch ein paar Falten nicht verderben! "Freundin Donna", das ist Lektüre für gestandene Frauen, die all das schon erlebt haben, was die jungen Mädchen gerade erst entdecken.

Das aktuelle Heft

In der aktuellen September-Ausgabe geht es im Schwerpunkt um Trennungen und Neuanfänge. Dabei wechseln sich locker gestaltete Seiten mit langen Strecken ab, die Lust zu Lesen machen. Interviews spielen - wie der Ressortname "Interviews & Kultur" schon sagt, eine große Rolle. Das Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel zählt sechs Seiten, das Interview mit Schauspieler Axel Milberg inklusive Fotos sogar elf. Acht Seiten gibt es für die Strecke "Wo das Herz zuhause ist", in der bekannte Menschen zeigen, wo es ihnen besonders gut gefällt. Donna" ist mit 200 Seiten (!) ein Heft, das nicht in einer Stunde durchgelesen ist, sondern das einen eine Weile treu begleitet.

Models in Kleidergrößen jenseits der 32 zeigen die Mode
Models in Kleidergrößen jenseits der 32 zeigen die Mode

Und "Donna" ist persönlich. Schon im Editorial erzählt Zeitlinger, die auch die Freundin" verantwortet, von ihren eigenen Erfahrungen als plötzlich wieder datingbereite Frau. Britta Krabbe wagt in "Reue zeigen" einen selbstkritischen Blick zurück und bedauert dabei nicht viel, aber einiges dafür heftig: "Ich bereue aus Leidenschaft! Zum Beispiel, dass ich nicht mehr Pizza gegessen habe, als ich noch essen konnte, was ich wollte, ohne sofort eine Konfektionsgröße zuzulegen." Und Andrea Brüdern berichtet davon, wie sie ihre überfüllte Wohnung ausmistet und dabei mit einer lange verschlossenen Kiste beginnt: "Das gibt es doch nicht, meine alte Holdy ist hier drin, der von meiner Großmutter selbst genähte Teddy, ohne Arme und Beine, nur noch als Torso mit einem Auge? Aber den kann ich doch nicht wegwerfen!"

"Ich"-Reportagen sind die große Kunst des Journalismus und gelingen nur selten - aber in "Donna" sehr häufig.

Der Bob taugt in jedem Lebensjahrzehnt als Haarschnitt
Der Bob taugt in jedem Lebensjahrzehnt als Haarschnitt

Auch den Lesern räumt "Donna" viel Platz ein. Nicht nur bei Leserbriefen. In der Rubrik "Mein neuer Look" wird umgestylt, im Beauty-Porträt zeigt die 72-jährige Dietlind Castor ihre Haarschnitte aus vier Jahrzehnten. In "Jetzt angele ich mir einen neuen Mann!" berichten zehn Frauen zwischen 42 und 55, wie es ihnen gelungen ist, wieder einen Partner zu finden.

Es ist eine bunte Mischung, die viele Interessen bedient. Man möchte fast schon sagen, die "Wundertüte des Frauenjournalismus".

Horizont liest ...

Printkrise hin oder her, noch nie hat es an deutschen Kiosken eine so große Auswahl gegeben wie im Jahr 2013. Der Leser kann aus rund 6000 Zeitschriftentiteln wählen, dazu kommen die regionalen und überregionalen Tageszeitungen.

In dieser Online-Kolumne wühlt sich die HORIZONT-Redaktion wöchentlich durch die Vielfalt am Zeitschriften- und Zeitungsstand und stellt ihre Favoriten jeden Donnerstag vor.

Auflage

Im 2. Quartal 2013 lag die verkaufte Auflage von "Freundin Donna" bei 132.833 Exemplaren - 9,51 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Aboauflage stieg auf 14.820 Stück, der Einzelverkauf auf 115.985.

Zielgruppe

"Freundin Donna" richtet sich an erwachsene Frauen über 45 Jahre, die laut Verlag "besondere Ansprüche haben". Laut einer Befragung von 1173 Leserinnen sind 74 Prozent berufstätig und 48 Prozent verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von über 3000 Euro.

Facts

"Freundin Donna" erscheint monatlich bei Hubert Burda Media. Der Copypreis beträgt 3,50 Euro. Die 1/1 Seite in 4c kostet je nach Monat zwischen 18.920 und 19.880 Euro. Die Vermarktung liegt bei Burda Community Network. pap

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