HORIZONT liest ... "Wohnen & Garten" Für alle, die noch Silberbesteck zu Hause haben

Donnerstag, 12. September 2013
Die aktuelle Ausgabe
Die aktuelle Ausgabe

"Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt", lautet ein alter Sinnspruch. Wie ein Picknick unter Bäumen, wie Schaukeln in der Hängematte, wie eine Tasse Tee im Sessel der Oma, so ist "Wohnen & Garten". Die Zeitschrift ist ein Streifzug durch begrünte Beete und Heidefelder, vorbei an Hagebuttensträuchern, hinein in Häuser voller altem Porzellan, polierten Zuckerdosen und blumig bedruckten Stoffen, in eine Welt, die an Jane Austen erinnert und an französische Lebensart. Während "Landlust" die Städter mit Jutestoffen und Apfelanbau lockt, spricht "Wohnen & Garten" all diejenigen an, die noch das Silberbesteck ihrer Großmutter auflegen.

Der Inhalt

Der Eskapismus, die Sehnsucht der Städter nach einem naturnaheren Leben, die Suche nach einem stabilen Wertegerüst, das ist eines der großen Boomthemen im Zeitschriftensegment. Seit dem Start der anfangs belächelten "Landlust" 2005 erfuhr der Bereich einen ungeahnten Aufschwung. Hubert Burda Media in Offenburg hat diese Stimmung jedoch schon 2000 mit "Wohnen & Garten" aufgegriffen.

Es ist eine Zeitschrift der hübschen Dinge und der komponierten Beetanlagen, alles ästhetisch inszeniert, nie puristisch modern, sondern stets fast schon biedermeierlich schwelgend. Der Rückzug ins eigene Heim, in den eigenen Garten, mit all den Dingen, die das Leben schöner machen. Chefredakteurin Andrea Kögel und ihrem zwanzigköpfigen Team gelingt es jeden Monat aufs Neue, diese retrospektive Welt passend zur Jahreszeit alles andere als altbacken zu inszenieren.

Silberbesteck und Wedgwood-Kanne zum Picknick
Silberbesteck und Wedgwood-Kanne zum Picknick

Das aktuelle Heft

Wie jeden Monat führt Kögel in ihrem Editorial besinnlich-nachdenklich in die Zeit ein. Im September sind es Dahlien, Hagebutten und Heide, die die Fauna bestimmen, heiße Schokolade, Muffins und Nusstarte, die auf den Tisch kommen. Der kommende Herbst, das ist "vielleicht ein Anlass, wieder einmal über uns selbst nachzudenken. Wie viele positive Facetten besitzen wir, die im Trubel des Alltags untergehen", schreibt Kögel und ruft auf, diese wieder zu entdecken.

Das Heft teilt sich in die Ressorts "Wohnen", "Gastlichkeit", "Garten" und "Ausserdem", die Texte dazu verteilen sich jedoch über die ganze Zeitschrift. Dabei wechseln sich lockere Seiten mit Trends und Tipps ab: Der Ohrensessel "Salcott" in rose, die Hütchen von Ella Heiduk, ein Rezept für "Zwiebelkuchen mit Walnüssen" und dazwischen immer wieder liebevoll ausgewählte Sinnsprüche wie "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende" von Oscar Wilde oder "Ein Haus, in dem es keinen alten, gemütlichen Stuhl gibt, hat keine Seele".

Blumige Opulenz zum Kaffee
Blumige Opulenz zum Kaffee
"Wohnen & Garten" lebt von den Bildern. Liebevoll sind die Dinge von der neun Mitarbeitern zählenden Bildredaktion ausgewählt und inszeniert. Das gilt für die kurzen wie für die langen Strecken. Zum Beispiel in "Picknick in der Heide", zu dem bei Zwetschgenkuchen und Kaffee aus einer Wedgwood-Kanne mitten in die Lüneburger Heide eingeladen wird oder bei dem "Rendezvous mit Dahlien" mit glänzendem Geschirr und puderzuckerbestäubte Muffins. Zur Jahreszeit passende Rezepte sind fester Bestandteil der Geschichten.

In den Garten geht es bei "Die kleine Plantage", in der Fleur und Eric Spruit durch ihren 12.000 Quadratmeter großen, man möchte eher sagen, Park führen. Die Texte sind stets um Detailinformationen angereichert. Hier ein Kasten zu Blauen Wald-Astern, dort ein Absatz über die Hühnerschar der Sorte "Groninger Meeuw".
Fester Bestandteil sind neben Blicken in Garten und Häuser - wie diesmal dem britisch eingerichteten von Heike und Timothy Pilbeam - konkrete Bastel- und Gärtneranleitungen sowie Reisereportagen. Sie führen stets an pittoreske Orte, diesmal entlang der Romantischen Straße - die, wie der Leser nun lernt, in den 60er Jahren eine Marketingerfindung der beteiligten Städte war.

Eine Reise entlang der Romantischen Straße
Eine Reise entlang der Romantischen Straße

Auflage

"Wohnen & Garten" hat im 2. Quartal 2013 insgesamt 262.534 Exemplare verkauft - 2,08 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf Abos entfielen 63.300 Stück, auf den Einzelverkauf 155.483 Stück. Das ist ein Plus von 3,47 Prozent.

Horizont liest ...

Printkrise hin oder her, noch nie hat es an deutschen Kiosken eine so große Auswahl gegeben wie im Jahr 2013. Der Leser kann aus rund 6000 Zeitschriftentiteln wählen, dazu kommen die regionalen und überregionalen Tageszeitungen.

In dieser Online-Kolumne wühlt sich die HORIZONT-Redaktion wöchentlich durch die Vielfalt am Zeitschriften- und Zeitungsstand und stellt ihre Favoriten jeden Donnerstag vor.

Zielgruppe

Laut MA 2013 Presse II zählt "Wohnen & Garten" 670.000 Leser. Davon sind drei Viertel Frauen, ein Drittel ist zwischen 40 und 49 Jahren alt. Ein abgeschlossenes Studium können 28 Prozent aufweisen. Fast die Hälfte verfügt über ein Haushaltsnettoeinkommen von über 3000 Euro. Laut Burda sammeln 75 Prozent der Leserinnen die Ausgaben. Im Schnitt widmen sie sich den Artikeln über vier Stunden und nehmen ein Heft zehn Mal zur Hand.

Facts

"Wohnen & Garten" erscheint monatlich bei Hubert Burda Media. Der Copypreis beträgt 3,80 Euro. Die 1/1 Seite in 4c kostet 16.900 Euro. Die Vermarktung liegt bei Burda Community Network. pap

Britische Lebensart in der Nähe von Hannover
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