HORIZONT liest ... "Snowboarder MBM" Der Spagat auf der Piste

Donnerstag, 30. Januar 2014
Ausgabe 2/2012, fotografiert von Sebastian Gogl
Ausgabe 2/2012, fotografiert von Sebastian Gogl

Noch acht Tage sind es bis zum Startschuss der Olympischen Winterspiele in Sotschi - mit dabei ist bereits zum fünften Mal auch die mittlerweile etablierte Trendsportart Snowboard. Grund genug, sich auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt umzusehen und ein Kleinod unter den Special-Interest-Magazinen vorzustellen: Das "Snowboarder Monster Backside Magazin" berichtet schon seit knapp einem Vierteljahrhundert leidenschaftlich über Sport und Lifestyle der Szene - und meistert dabei den schwierigen Zielgruppenspagat zwischen (halb)professionellen Boardern und Wochenendausflüglern.

Inhalt

Als das "Snowboarder Monster Backside Magazin" (kurz: MBM) 1990 auf den deutschen Markt kam, schickte sich die Sportart gerade an, nach den amerikanischen auch die europäischen Pisten zu erobern. Im Fokus der Hochglanzzeitschrift stehen seit jeher Fahrer und Fotografen, ein beträchtlicher Teil des Heftes ist zudem dem Lifestyle rund um den Sport gewidmet. Entsprechend handelt das MBM standardweise die wichtigsten News und Events der Szene ab, gibt Empfehlungen für Outfits und Equipment sowie vor allem im Winter Termintipps für Schneehungrige. Zu jeder Jahreszeit bieten die letzten Seiten den Klatsch und Tratsch der Szene. Kurz: Ihren Platz finden alle Inhalte, die Snowboard-Begeisterte faszinieren und bewegen.

Ein wichtiges Element des MBM sind, wenig überraschend, Fotos von professionellen Snowboardern. Da passt es natürlich ausgezeichnet, dass der Chefredakteur Sebastian Gogl selbst zur Kamera greift und so auch das Titelfoto der aktuellen Ausgabe beisteuert. In der Rubrik "Portfolio" stellt das Redaktionsteam jeden Monat einen Fotografen vor, die den boardenden Draufgängern mit ihrem Objektiv spektakulär auf die Pelle rücken. Fester Bestandteil des Hefts ist auch eine mehrseitige Fotostrecke, die die besten Shots bekannter Szene-Fotografen vereint.

Zu den Besonderheiten des MBM gehört, dass Berichterstattungsgegenstand und Leser nicht selten identisch sind. Die Stars des Magazins sind natürlich die Boarder selbst, von denen der Fachfremde nur die wenigsten Namen überhaupt schon einmal gehört haben dürfte. Abonnenten sind unter anderem der Schweizer Weltklasse-Snowboarder Nicolas Müller und der deutsche Profi Elias Elhardt.

Der Boarder Gigi Rüf in Haines, Alaska, fotografiert vom Kollegen Andy Wright
Der Boarder Gigi Rüf in Haines, Alaska, fotografiert vom Kollegen Andy Wright

Das aktuelle Heft

Ausgabe 2/2014 ist bereits die 178. seit der Gründung des Magazins und steht unter dem Titel "Outstanding Issue". Dahinter steckt keine überhebliche Redaktion, sondern die Absicht, die Granden der Branche vorzustellen, die "Ausnahme-Rider unserer Generation". Allen voran natürlich Doppel-Olympiasieger Shaun White, der nicht nur Snowboard-Insidern bekannt sein dürfte, Snowbard-Filmemacher Travis Rice sowie der erwähnte Nicolas Müller. Um zu verstehen, welches Standing der 31-jährige Schweizer in der Szene besitzt, schreibt Chefredakteur Gogl treffend: "Nicolas Müller wird von der Snowboard-Gemeinschaft regelrecht verehrt. Würde er seine Fangemeinde in eine Kirche laden, wären alle unbequemen Holzbänke schneller voll als Nico dreimal 'Method' sagen könnte."

In der Rubrik "Riding" stellt Autor Martin Seiler gemeinsam mit dem Boarder Simon Pircher drei Tricks vor, die blutige Anfänger wohl besser noch nicht nachmachen sollten. Alle anderen lernen alles über die korrekte Durchführung von "Frontside 180 Butter", "Cab 180 Method" und "Frontside 360 Tuck Knee". Ausprobieren kann man die Tricks zum Beispiel beim hauseigenen MBM-Event "Keep Snowboarding" in Grasgehren/Oberallgäu, deren 2013er Ausgabe ausreichend Platz im Heft eingeräumt wird.

Das "Sprachlos"-Gespräch erinnert durchaus an das "SZ"-Magazin
Das "Sprachlos"-Gespräch erinnert durchaus an das "SZ"-Magazin
Im Interview hat Lars Bärenfänger in dieser Ausgabe den Finnen Eero Ettala - überhaupt scheint das Gespräch als Stilmittel bei MBM sehr beliebt. Insgesamt finden sich in Ausgabe 2/2014 gleich vier Interviews, fünf, zählt man das "stumme" Frage-Antwort-Spiel mit Boarder Jake Blauvet hinzu (das durchaus an die "Sagen Sie jetzt Nichts"-Reihe des Magazin der "Süddeutschen Zeitung" erinnert). Im persönlichen Gespräch wird mit der Amerikanerin Ashley Barker in der Kategorie "Portfolio" auch erstmals in der MBM-Geschichte eine Fotografin vorgestellt - auch sie ist "outstanding" in ihrem Fach.

Eben dieses Attribut bemühen die Blattmacher auch noch einmal in der Rubrik "Outstanding Videos". Die Redaktion hat 15 filmische Highlights aus 20 Jahren Snowbard-Videos ausgewählt, darunter Pionierarbeiten wie "Chill" von Burton Snowboards (1989) und bildgewaltige Boarding-Welten wie in "Pop" von Absinthe Films und eingangs erwähntem "Outstanding-Rider" Travis Rice (2004). Zur Begründung schreibt die Redaktion: "Ein Film mit unvergleichlicher Powder- und Gap-Action à la Absinthe, der die Vorstellungskraft in umkomfortable Sphären verschiebt, aber uns gerade deshalb auch noch ein Jahrzehnt nach Erscheinen an den Bildschirm fesselt."

Fotografin Ashley Barker zeigt im "Portfolio" eine Auswahl ihrer Meister-Fotografien
Fotografin Ashley Barker zeigt im "Portfolio" eine Auswahl ihrer Meister-Fotografien

Auflage

Die verkaufte Auflage des nicht IVW-geprüften Magazins beträgt nach eigenen Angaben jeden Monat rund 38.000 Exemplare. Mitte 2012 waren es noch 35.320 Stück, also rund sieben Prozent weniger.

Zielgruppe

Das "Snowboarder MBM" spricht, wie der Name schon sagt, vor allem aktive Boarder an. Von Beginn an ist die Zeitschrift stets ihrem Credo "von Snowboardern für Snowboarder" treu geblieben. Zu dieser Philosophie zählt auch die Einstellung, dass sowohl die Bedürfnisse der Professionals und Semi-Professionals als auch der Wochenendausflügler gestillt werden wollen.

Facts

Das "Snowboarder MBM" erscheint einmal monatlich bei Factory Media in München. Zudem gibt es in diesem Jahr noch drei Spezialausgaben zu Produkten, Snowboard-Gebieten und Basics. Eine 1/1-Anzeigenseite kostet regulär 5.500 Euro. Der Copypreis beträgt 4,50 Euro. fam
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