HORIZONT liest ... "Servus", den Stern des Südens

Donnerstag, 04. Juli 2013
Die aktuelle "Servus aus Stadt und Land"
Die aktuelle "Servus aus Stadt und Land"
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Red Bull Oberbayern Rehau Memmingen Bayern Sommerabend Alpen


Zwischen Schnougg und Stanzn liegen 200 Kilometer. Dabei nervt die Stechmücke - das ist der hochdeutsche Ausdruck für das Insekt - überall gleichermaßen, egal ob sie als Schnougg im oberpfälzischen Weiden oder als Stanzn milde Sommerabende in Oberbayern vermiest. Nur manchmal hat es selbst die hartnäckigste Schnoum (Rehau, Oberfranken) schwer: Bei der Lektüre von "Servus in Stadt und Land" dürften sich nur die wenigsten Leser stören lassen. Auch, weil sie im Magazin aus dem Red Bull Media House nicht nur Mundart, sondern auch überlieferte Hausmittel finden, um die lästigen Muggen (Memmingen, Schwaben) zu vertreiben - Lorbeeröl zum Beispiel.

Inhalt

Eines vorneweg: Auch wenn es den Anschein macht, man muss nicht aus Bayern kommen, um "Servus" zu mögen. Traumhafte Bildstrecken, bei denen man wahlweise den Gebirgsbach plätschern oder die Amsel aus der Zeitschrift heraus zwitschern hört, Reportagen über Menschen weit entfernt von Stars und Sternchen, heimische Sagen zum Gruseln bei Kerzenlicht - mit der Zeitschrift aus Österreich kauft man Urlaub auf dem Land. Und besucht das Zuhause der Entschleunigung, dem großen Trend zu weniger Tempo. Der zieht sich - ganz ohne nach Vermarktung gierender Wellness, ohne dem neuesten Yogatrend aus Indien - wie ein roter Faden durch die fünf Inhaltskategorien, durch Natur & Garten, Küche, Wohnen, Land & Leute und Brauchtum. Von der blühenden Blumenwiese über Rezepte aus Kindertagen und traditionelle Handwerkskunst zeigen die "Servus"-Macher die Besonderheit des einfachen Lebens, das manchmal skurril, aber doch genauso modern ist.

Ein kleines Fleckchen Paradies im Karwendel
Ein kleines Fleckchen Paradies im Karwendel
"Servus in Stadt und Land" startete im Februar vergangenen Jahres als Expansion des österreichischen Titels in Bayern. Mittlerweile beackert die Redaktion um Chefredakteur Andreas Kornhofer ein Verbreitungsgebiet, das sich über den gesamten süddeutschen Raum erstreckt, also neben dem weiß-blauen Bundesland auch Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen beinhaltet.

Das aktuelle Heft

Auch wenn er sich draußen in diesem Jahr vielerorts wirklich ausgesprochen lange bitten lässt, in der Juli-Ausgabe von "Servus" ist Sommer. Los geht es mit den oben bereits zum Besten gegebenen süddeutschen Dialekten zur Stechmücke, gefolgt von wahrlich wunderbar fotografierten "Naturwundern" aus den bayrischen Alpen und einem Besuch im Müller-Garten im schwäbischen Oberwiesenbach.
Vom Strauch in die Flasche: Armin Zipzer berichtet aus einem Oberpfälzischen Hofladen
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Und während eventuell vorhandene Kinder aus einer Baumstammscheibe eine Schönwetter-Uhr basteln, kann sich der Leser etwa Armin Zipzers Artikel über die Likörmanufaktur der Oberpfälzerin Rosa Wallner widmen. Darin heißt es: "Rosa war 19, da hat sie geheiratet. Sie bekam zwei Töchter, einen Sohn. Als Lehrerin hat sie nicht einen einzigen Tag gearbeitet. Hochzeit, Kinder waren ihr wichtiger. Für sie ist Glück das, was sie zu Hause hat." Ach ja, darauf einen Mahonienlikör.

Weiter schwelgen lässt sich im Beitrag von Annemie Grafe über Joachim Goedecke, der im Breisgau einen alten Heuschober zu einem Wohnhaus umgebaut hat: "Manchmal ist das Leben wie ein Märchen. Wenn man nur lange genug an etwas glaubt, wird es auch wahr. Joachim Goedecke ist das beste Beispiel dafür. Seit er als junger Bub mit einem Schulfreund herrliche Ferien in einem Bauernhaus verbrachte, wünschte er sich nichts mehr, als selbst einmal eines zu besitzen. Ja - und heute hat er eines."

Michael Köhlmeier erzählt die Sage vom schwarzen Käfer
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Wir wandern weiter auf mystischen Pfaden über den heiligen Berg der Kelten (Rosemarie Will) direkt ans Heftende, denn das Beste kommt nach den unterschiedlichen Menschen und vielen wunderbaren Rezepten fast ganz zum Schluss: Die Kurzgeschichte des Schriftstellers Jörg Steinleitner über die Romanze zwischen dem Bayer Ratschenkofler Sepp und einer Norddeutschen. Ein kurzer Auszug, und dann sagen wir Servus: "Der Sepp hatte ihr ein einfaches Leben auf dem Land versprochen. Aber die Riecke hatte schon bei ihrem ersten Versuch, im dörflichen Kramerladen etwas einzukaufen, gemerkt, dass es so einfach nicht werden würde. ,Griaß Erna', hatte die Kramerin zu Riecke gesagt. Die Rieke hatte mit einem ,Guten Tag' reagiert, quasi reflexartig. (...) Es ist schön, dass sie auf dem bayrischen Land ihr Glück gefunden hat. Sie hat sogar schon geheiratet. Das war kurz, nachdem sie den Ratschenkofler Sepp gefragt hatte, ob man in der Verwandtschaft eine Erna habe. ,Na', hatte der Sepp geantwortet. ,Wieso?'"

Auflage

In Österreich hat sich "Servus" seit dem Start im November 2010 zum Kassenschlager gemausert, nach Verlagsangaben sogar zur erfolgreichsten Zeitschriftengründung in den vergangenen zehn Jahren. In Deutschland gibt es nach knapp eineinhalb Jahren noch Luft nach oben. Die verkaufte Auflage, die in der IVW für das 1. Quartal 2013 erstmals ausgewiesen wurde (siehe auch Ausweisung im Mediaradar), liegt bei 55.423 Exemplaren. Im Einzelverkauf verzeichnet Servus" 44.956 Exemplare, außerdem 9671 Abonnenten.

HORIZONT liest ...

Printkrise hin oder her, noch nie hat es an deutschen Kiosken eine so große Auswahl gegeben wie im Jahr 2013. Der Leser kann aus rund 6000 Zeitschriftentiteln wählen, dazu kommen die regionalen und überregionalen Tageszeitungen.

In dieser Online-Kolumne wühlt sich die HORIZONT-Redaktion wöchentlich durch die Vielfalt am Zeitschriften- und Zeitungsstand und stellt ihre Favoriten jeden Donnerstag vor.

Zielgruppe

Natur, Garten, Küche: Orte, die laut Mediadaten vor allem die gut situierte und gebildete weibliche Zielgruppe zwischen 30 und 59 Jahren ansprechen sollen. Dabei ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass auch der Partner der "verheirateten oder in einer Beziehung lebenden" Frau Gefallen an " Servus" findet.

Facts

"Servus in Stadt und Land" erscheint monatlich im zum österreichischen Red Bull Media House gehörenden Red Bulletin Verlag. Die 1/1-Anzeigenseite kostet laut Preisliste 7900 Euro. Der Copypreis liegt bei 3,90 Euro. Die Vermarktung liegt bei Red Bulletin. kl
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