HORIZONT liest ... "Kicker" Die journalistische Referenz im deutschen Fußball

Donnerstag, 26. September 2013
Freiburgs Coach Christian Streich ziert die aktuelle Ausgabe
Freiburgs Coach Christian Streich ziert die aktuelle Ausgabe

Mit großem Tamtam feiert die Fußball-Bundesliga in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen - doch das sind nur Peanuts im Vergleich zur Langlebigkeit des "Kicker-Sportmagazins". Schon seit 1920 informiert der "Kicker" unter wechselnden Namen und Herausgebern die Sport- und vor allem Fußballfans der Republik und wird auch im digitalen Zeitalter nicht müde, im wahrsten Sinne des Wortes am Ball zu bleiben. "Kicker und Fußball - das gehört in Deutschland fest zusammen", bewirbt der Nürnberger Olympia Verlag sein Flagschiff - und hat damit Recht. Auch wenn die Konkurrenz durch Blogs und reine Sportwebsites gestiegen ist: Der "Kicker" gilt immer noch als das Nonplusultra im deutschen Fußballjournalismus.

Inhalt

Was soll man zum "Kicker" noch groß sagen? In kaum einem anderen Themengebiet sind Publikation und Berichterstattungsgegenstand derart eng miteinander verwoben wie im deutschen Fußball. In erster Linie natürlich bei den Fans: Das "Kicker"-Sonderheft zum Bundesligastart im Sommer eignet sich nicht nur hervorragend als Almanach zur jeweiligen Saison, sondern besitzt unter Fußballanhängern echten Kultstatus. Die darin enthaltene, legendäre "Kicker"-Stecktabelle dürfte wohl in so einigen deutschen Wohnzimmern, Küchen und Büros hängen.

Im Zeitungsteil informiert der "Kicker" über aktuelle Ergebnisse
Im Zeitungsteil informiert der "Kicker" über aktuelle Ergebnisse
Aber auch bei den Spielern ist die Zeitschrift eine Institution: Die Notenvergabe des "Kicker" ist seit Jahr und Tag bei den Profis gefürchtet. Auch wenn es viele nicht zugeben würden, dürften sich doch die meisten Bundesliga-Akteure dafür interessieren, wie ihre Leistung von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Zweimal jährlich stellt der "Kicker" unter den beiden Chefredakteuren Klaus Smentek und Jean-Julien Beer zudem seine berüchtigte Rangliste des deutschen Fußballs auf - die regelmäßig für Diskussionen sorgt, aber zu einem wichtigen Maßstab geworden ist. Keine Angst haben dürften die Spieler dagegen vor einer anderen Tradition: Die Trophäe für den besten Torschützen der Saison wird jedes Jahr vom "Kicker" verliehen.

Nicht zuletzt in der Medienbranche genießt das Magazin hohes Ansehen: Der "Kicker" ist stets bestens informiert und gehört zu den meistzitierten Printtiteln des Landes. Außerdem ist er Gründungsmitglied von European Sports Media (ESM), einem Zusammenschluss europäischer Sport-Magazine mit Schwerpunkt Fußball. Die Mitglieder ernennen monatlich eine europaweite Top-Elf und vergeben den "Goldenen Schuh", die Trophäe für den Gewinner der europäischen Torjägerliste.

Die Ausgabe zu Wochenbeginn erscheint als geheftetes Magazin mit einer Zeitungseinlage. Während sich im Magazin-Teil längere Storys, Interviews und Hintergrundberichte finden, widmet sich die beigelegte Zeitung ganz den aktuellen Ergebnissen der wichtigsten Fußballligen - auf den letzten Seiten werden zudem auch andere Sportarten abgehandelt. Donnerstag steht der "Kicker", der dann nur im DIN-A-4-Zeitungsformat erscheint, ganz im Zeichen von Vorberichten sowie von Europapokal- oder Länderspielen unter der Woche.

Das aktuelle Heft

Das Special zur Primera Division liegt der aktuellen Ausgabe bei
Das Special zur Primera Division liegt der aktuellen Ausgabe bei
Wenige Dinge sind so vergänglich wie Nachrichten - eine Schwierigkeit, die die Zeitschrift "Kicker" mit allen Tageszeitungen, News-Portalen und Rundfunksendern teilt. Deswegen stützt sich der Montags-"Kicker" auf Themen, die zwar selbstverständlich aktuell sind, aber durchaus einen Mehrwert zu den kostenlosen Angeboten auf www.kicker.de bieten. Titelthema der aktuellen Ausgabe ist der Aufstieg des Freiburger Trainers Christian Streich, dessen unkonventionelle Geschichte in einer gut recherchierten Geschichte nachgezeichnet wird. Außerdem porträtiert der "Kicker" in der Ausgabe 78/2013 die Bundesliga-Senkrechtstarter Max Kruse (Borussia Mönchengladbach) und Kevin Volland (TSG 1899 Hoffenheim), letzteren per Interview.

Im Mittelpunkt stehen natürlich die bevorstehenden (und mittlerweile zurückliegenden) Spiele in der zweiten Runde des DFB-Pokals, begleitet wird das Themenpaket von einer Geschichte über den Traditionsclub SV Darmstadt 98. Die Artikel des "Kicker" haben nicht die Tiefe und Länge der Geschichten des monatlichen Magazins "11 Freunde". Aber sie meistern mühelos den Spagat zwischen Aktualität und Hintergrundberichterstattung.

Deutlich weniger Platz als für Pokal und Bundesligen räumt der "Kicker" anderen Sportarten ein, in dieser Woche ist der knappe Raum für Boxen und Formel 1 vorgesehen. Als Zugabe liegt der aktuellen Ausgabe ein 24-seitiges Special zur Primera Divison bei, das wie ein abgespecktes Kicker-Sonderheft daherkommt und alle Vereine der spanischen Eliteliga detailliert und kompetent vorstellt.

Eine Story über Boxen ist eine der Ausnahmen im ansonsten fußballgeprägten Heft
Eine Story über Boxen ist eine der Ausnahmen im ansonsten fußballgeprägten Heft

Auflage

Das "Kicker-Sportmagazin" erscheint zweimal wöchentlich, montags als Magazin mit Zeitungs-Supplement und donnerstags als reine Zeitung. Die verkaufte Auflage betrug im 2. Quartal 2013 laut IVW 194.780 (Montag) beziehungsweise 161.123 (Donnerstag) und ist damit klar rückläufig zum Vorjahreszeitraum (Montag: 201.616, Donnerstag: 172.368).

HORIZONT liest ...

Printkrise hin oder her, noch nie hat es an deutschen Kiosken eine so große Auswahl gegeben wie im Jahr 2013. Der Leser kann aus rund 6000 Zeitschriftentiteln wählen, dazu kommen die regionalen und überregionalen Tageszeitungen.

In dieser Online-Kolumne wühlt sich die HORIZONT-Redaktion wöchentlich durch die Vielfalt am Zeitschriften- und Zeitungsstand und stellt ihre Favoriten jeden Donnerstag vor.

Zielgruppe

Dem "Kicker" geht es wie dem Fußball selbst - er hat seine Fans durch alle Schichten hinweg. Entsprechend ist die Zielgruppe sehr heterogen. Laut Mediadaten ist die Leserschaft zu über 95 Prozent männlich, das ist nach Angaben des Verlags der vierthöchste Männeranteil aller MA-Titel. Knapp die Hälfte der Leser ist jünger als 40 Jahre und verhältnismäßig einkommensstark.

Facts

Herausgegeben wird das "Kicker-Sportmagazin" vom ehemaligen Chefredakteur Rainer Holzschuh im Olympia Verlag in Nürnberg. Eine 1/1-Anzeigenseite kostet im Montags-"Kicker" laut Preisliste 24.600 Euro, der Copypreis liegt bei 2,40 Euro. Donnerstags kostet die 1/1-Anzeige 22.120 Euro, die Ausgabe liegt für 1,90 Euro am Kiosk. fam
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