HORIZONT liest ... "Cover" Weil neben Nagellack auch Meinung auf die Titelseite gehört

Donnerstag, 14. November 2013
Die aktuelle Ausgabe
Die aktuelle Ausgabe

Ein Cover kann so manches sein. Ein Musikstück beispielsweise, das nicht von seinem Original-Interpreten gespielt wird, eine Buchhülle. Und eine Titelseite natürlich. Im Zeitschriftenregal gibt es davon reichlich, doch in der Ecke, in der die Blätter Frauennamen tragen und sich oft nur durch die Haarfarbe der Damen unterscheiden, gibt es nur ein "Cover" und das hat sich in den vergangenen Monaten bereits einen Stammplatz gesichert. Wie nur wenige andere Titel des Segments kombiniert die Zeitschrift aus dem Hause Burda genau jene Themen, über die Frauen nicht nur blättern, sondern lesen wollen. Ein Original, das Nachahmer sucht.

Inhalt

Mit dem Dreiklang "Menschen, Mode, Meinungen" hatte Burda im August 2012 das Konzept überschrieben, mit dem "Cover" im deutschen Zeitschriftenmarkt ein neues Kapitel aufschlagen sollte. Große Reportagen mit Tiefgang statt oberflächlicher Texthäppchen, Porträts über besondere Persönlichkeiten anstelle von spekulativer Sensationen wollte man den Leserinnen bieten, eine "neue Mischung aus Themen, die bislang in keiner Frauenzeitschrift zu finden sind". Keine leeren Worte von Chefredakteurin Michaela Mielke: Mit einer eigens ins Leben gerufenen Redaktion (im Haifischbecken kurzlebiger Neugründungen eine auffallende Investition) wirft "Cover" genau jenen Blick auf bekannte Themen, der eine Zeitschrift von vielen zu einer besonderen macht.

Gastspiel von Schriftsteller Andrew O'Hagan
Gastspiel von Schriftsteller Andrew O'Hagan

Die unaufgeregte Kombination von Substanz und Stil, intelligenter Unterhaltung und modischer Inspiration gelingt dem noch jungen Magazin dabei von Anfang an. Natürlich gibt es auch in "Cover" Koch- und Kosmetiktipps, die schönsten Taschen der Saison und aktuelle Shopping-Highlights keine Leserin einer Frauenzeitschrift würde darauf verzichten wollen. Die Farben, Formen und Favoriten bilden dabei allerdings nur einen bunten Rahmen für gewichtigen Inhalt: Interviews, Porträts und Reportagen stechen nicht nur journalistisch, sondern auch thematisch heraus. "Cover"-Storys liest man tatsächlich meist nur in "Cover" nicht in ähnlichen Themenvarianten noch in diversen anderen Zeitschriften.

Das aktuelle Heft

Marie Bäumer zeigt sich in Bild und Text
Marie Bäumer zeigt sich in Bild und Text

Apropos Cover: Das ziert in der November-Ausgabe Schauspielerin Marie Bäumer, die in einer edel und aufwendig gestalteten Fotostrecke Mode im Stil der 40er Jahre präsentiert. Und damit optisch auf das Interview mit Dennis Braatz und Uwe Killing einstimmt, in dem die Wahl-Französin über die Leichtigkeit des Seins und die Leidenschaft für ihren Beruf plaudert: "Das Kino kann eine Magie entwickeln, so dass man aus einem Film kommt und sich sagt: Jetzt weiß ich wieder, wie ich leben möchte." Das Backstage-Video zum Shooting liefert "Cover" für Smartphone und Tablet über den im Heft abgebildeten Augmented-Reality-Link. Die gleichberechtigte Koexistenz der fünf Kanäle Print, Website, Tablet, Smartphone und Smart TV, aufbereitete Inhalte je nach Trägermedium und Nutzungssituation auch das gehört zum Konzept.

Else Buschheuer will beispielsweise völlig ungebunden sein. Deshalb schläft sie in einer rund 30 Quadratmeter großen Wohnung auf einer Matratze am Boden und kocht mit einer rostigen Elektro-Kochplatte. Die Frau ist Schriftstellerin, das erfährt der Leser gleich zu Beginn. Auch von der Aussicht: Parkplatz, Beton und Graffiti. Dass die etwas schrullige Blondine sowohl die MDR-Talkshow "Riverboat" als auch das Kinomagazin "Kino Royal" moderierte und gerade den Roman "Zungenküsse mit Hyänen" veröffentlicht hat, liest man erst im vierten und fünften Absatz. Dem Stück über Else Buschheuer schadet das nicht, im Gegenteil. Weil Autor Uwe Killing die Frau porträtiert und nicht den Star.

Eine Umfrage nach "Cover"-Art
Eine Umfrage nach "Cover"-Art

Weiterer Lesetipp, Marc Baumann: "Tut mir leid, ich bin ein Mann, mir fehlt der notwendige DNA-Strang für Kissen, darum verstehe ich nicht: Wozu braucht ein Sofa zusätzliche Kissen? Draufsetzen ist unnötig (dafür hab ich ja das Sofa) und unbequem (Kissen plus Sofa ist zu weich). Also?" Die männliche Sicht der Dinge, mit der der "Cover"-Kolumnist regelmäßig verschiedene Themen betrachtet, bereichert das Frauenmagazin mit Wortwitz, Alltagskomik und der notwendigen Prise Selbstironie Prädikat regelmäßig lesenswert.

Auflage

Offiziell gezählt wird erst seit kurzem: In der IVW-Premiere im 3. Quartal 2013 verzeichnet Cover 77.974 verkaufte Exemplare. Im Einzelverkauf liegt die Zahl bei 45.227 Stück, die Aboauflage rangiert bei 3944 Exemplaren.

HORIZONT liest ...

Printkrise hin oder her, noch nie hat es an deutschen Kiosken eine so große Auswahl gegeben wie im Jahr 2013. Der Leser kann aus rund 6000 Zeitschriftentiteln wählen, dazu kommen die regionalen und überregionalen Tageszeitungen.

In dieser Online-Kolumne wühlt sich die HORIZONT-Redaktion wöchentlich durch die Vielfalt am Zeitschriften- und Zeitungsstand und stellt ihre Favoriten jeden Donnerstag vor.

Zielgruppe

Laut Burda sind "Cover"-Leserinnen weltoffene Frauen ab 30 Jahren, die selbstbewusst und optimistisch mitten im Leben stehen und nicht nur blättern, sondern lesen wollen. In der heutigen multimedialen Welt bewegen sie sich ganz selbstverständlich, deshalb gibt es High-Class-Fashion und spannende Persönlichkeiten nicht nur im gedruckten Heft, sondern auch auf Website, in Apps und einer übergreifenden Präsenz in den sozialen Netzwerken.

Facts

"Cover" erscheint monatlich samstags bei Hubert Burda Media, München. Eine 1/1-Anzeigenseite kostet laut Preisliste 19.350 Euro. Der Copypreis liegt bei 3 Euro. Um die Vermarktung kümmert sich das Burda Community Network (BCN). kl

Beim "Cover"-Shooting
Beim "Cover"-Shooting
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