HORIZONT liest ... "Brigitte" Starke Frauen mit altbackenen Namen

Donnerstag, 05. Dezember 2013
Die aktuelle Ausgabe dreht sich um Weihnachten
Die aktuelle Ausgabe dreht sich um Weihnachten

"Brigitte", soviel steht fest, wäre heute als Name für eine neu zu gründende Zeitschrift indiskutabel. Im Gründungsjahr 1954 jedoch handelte es sich um den siebtbeliebtesten Mädchennamen. Er stand für Modernität, für die Aufbruchstimmung nach dem Krieg, für Zukunft. Gegen eine solche Historie, die sich gleich im Titelkopf der Zeitschrift widerspiegelt, anzuarbeiten, das ist die große Herausforderung für die Redaktion. Und sie löst sie alle zwei Wochen mit Bravour. Wenn der "Stern" Henri Nannens Wundertüte war, so ist "Brigitte" Gruner + Jahrs Füllhorn. Sie schöpft aus dem klassischen Spektrum der Frauenzeitschriften, ergänzt dies jedoch immer um ihre eigene klare Haltung, auch und besonders zu politischen Themen. "Brigitte" ist eine Frauenzeitschrift im besten Sinn. Sie versucht Frauen das Gefühl zu geben, schön und stark zu sein. Es geht um tragbare Mode und praktische Beauty-Tipps, aber auch um bewegende Schicksale, einfühlsame Reportagen und mitunter auch darum, zu bestimmten Themen Kampagnen zu fahren.

Inhalt

Alle zwei Wochen bringt Chefredakteurin Brigitte Huber mit ihrem Team so ein bunt gemixtes Heft heraus, dessen Spektrum von den großen Ressorts "Mode" und "Beauty" über Berichte und Porträts bis hin zu den kleineren Ressorts "Wohnen", "Fitness und Gesundheit", "Reise" und "Kochen" reicht. Der Schwerpunkt ist das "Dossier", in dem ein Thema aus mehreren Perspektiven betrachtet wird. Abgerundet wird das Magazin durch mehrere Kolumnen. So schreibt Schriftstellerin Ildiko von Kürthy die unterhaltsame Rubrik "Problemzonen". In "Geht das nur mir so?" wechseln sich die Redakteurinnen aus Deutschlands größter Frauenredaktion ab.

Statt Models posieren Menschen von Nebenan für die Strecke
Statt Models posieren Menschen von Nebenan für die Strecke
"Brigitte" ist jedoch nicht nur informativ launig, sondern auch politisch. Diese Facette gehört seit jeher zur DNA des Blattes, das in den um Emanzipation und Freiheit ringenden 60er Jahren groß geworden ist. Im Vorfeld der Bundestagswahl hat die Redaktion Vertreterinnen aller großen Parteien in ausführlichen Interviews zu Wort kommen lassen, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. In dieser Ausgabe schreibt Meike Dinklage über "Den Aufstand der Kinderbräute" in Bangladesch, die meist verheiratet werden, noch bevor sie 15 sind.

Aktuelles Heft

HORIZONT liest ...

Printkrise hin oder her, noch nie hat es an deutschen Kiosken eine so große Auswahl gegeben wie im Jahr 2013. Der Leser kann aus rund 6000 Zeitschriftentiteln wählen, dazu kommen die regionalen und überregionalen Tageszeitungen.

In der Online-Kolumne "HORIZONT liest..." wühlt sich die Redaktion wöchentlich durch die Vielfalt am Zeitschriften- und Zeitungsstand und stellt ihre Favoriten jeden Donnerstag vor.

Die Ausgabe 26 vom 4. Dezember steht ganz im Zeichen von Weihnachten. In der Modestrecke "Was wir an Weihnachten lieben" kommen keine Models zum Einsatz. Zwar hat sich Brigitte" von ihrer Strategie, überhaupt nicht mehr mit Profimodellen zu arbeiten, wieder verabschiedet, trotzdem setzt die Redaktion immer wieder Menschen von Nebenan ein. In dieser Produktion von Jana Kruse und Lia Geremariam (Fotograf: Viktor Thal) sind es zum Beispiel die siebenköpfige Familie Otuko, die 20-jährige Tänzerin Lena Melcher und die 68-jährige Friederike Garbe. Nicht zuletzt darin spiegelt sich, dass "Brigitte" eines der letzten Magazine ist, das eine wahrlich breite Leserschaft ansprechen will und sich nicht auf ein Alterssegment konzentriert.

Besonders am Herzen liegt Chefredakteurin Brigitte Huber in dieser Ausgabe die Strecke über Hebammen, die von der Geburt berichten, die sich ihnen am stärksten ins Gedächtnis gegraben hat. Ihre Oma war selbst Hebamme und kann wohl ähnliche Geschichten erzählen, wie die von Antje Hinrichsen aus Norddorf auf Amrum. Sie holte mitten im schlimmsten Sturm und bei Stromausfall die kleine Stina auf die Welt.

Ein optischer Hochgenuss sind die "Geschenke aus der Küche", deren Herstellung die "Brigitte"-Redaktion im "Kochen"-Ressort zeigt. Cashew-Karamell-Aufstrich gehört dazu ebenso wie der Pinienkern-Risotto-Mix.

Weihnachtsgeschenke zum Kochen selber machen
Weihnachtsgeschenke zum Kochen selber machen


Im Dossier beschäftigt sich "Brigitte" mit der Frage "Was glückliche Menschen anders machen". Zu Wort kommen Frauen, die Veränderungen angestrebt und Schicksalsschläge erfahren haben. Die Psychologin Brené Brown rät dazu, auch Minderwertigkeitsgeühle zuzulassen. Unterm Strich sind Geld, ein liebevolles Elternhaus und der richtige Partner allein nicht entscheidend. "Zum Glück gehört auch Unglücklichsein", schreibt Sonja Niemann. "Glück der Fülle bedeutet auch, dass man es aushalten kann, dass kein Leben vor kleinen und großen Schicksalsschlägen geschützt ist. Die Polarität des Lebens zu akzeptieren, das ist die hohe Schule des Glücks."

Schicksalsschläge können niederdrücken - oder bereichern
Schicksalsschläge können niederdrücken - oder bereichern

Auflage

Mit einer verkauften Auflage von 554.826 Exemplaren laut IVW 3/2013 ist "Brigitte" Marktführer im Segment der 14-tägigen Frauenzeitschriften. Die Auflage ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5 Prozent gesunken. Die Aboauflage lag bei 135.181 Exemplaren, ein Minus von 4 Prozent. Der Einzelverkauf sank um 6,5 Prozent. Lesezirkel, Bordexemplare und Sonstige Verkäufe wurden jedoch reduziert.

Zielgruppe

Laut MA 2/2013 ist "Brigitte" mit über 2,5 Millionen Leserinnen pro Ausgabe die meistgelesene Frauenzeitschrift. Die Leserinnen haben nach Angaben von Gruner + Jahr einen hohen Anspruch und erwarten nicht nur Unterhaltung und Information, sondern einen starken Nutzen. Das Heft richtet sich im Kern an Frauen zwischen 20 und 49 Jahren, die überdurchschnittlich gebildet sind und über ein hohes Haushaltsnetto-Einkommen verfügen. Die Ableger "Brigitte Woman" und "Brigitte Mom" vertiefen die Themen für bestimmte Altersgruppen.

Facts

"Brigitte" erscheint 14-täglich im Hamburger Verlag Gruner + Jahr. Der Copy-Preis beläuft sich auf 2,80 Euro. Die 1/1-Anzeigenseite kosten laut Preisliste zwischen 50.400 und 52.800 Euro.
Reportagen wie über die Maskenbildnerin Heike Merker sind fester Bestandteil des Magazins
Reportagen wie über die Maskenbildnerin Heike Merker sind fester Bestandteil des Magazins
Meist gelesen
stats