HORIZONT-Interview "Spiegel"-Chef Wolfgang Büchner widerspricht Burda - und allen Zweiflern

Donnerstag, 30. Januar 2014
Wolfgang Büchner redet Tacheles (c) Carsten Milbret
Wolfgang Büchner redet Tacheles (c) Carsten Milbret

Zeit für die Offensive: Ein halbes Jahr nach seinem Stolperstart beim "Spiegel" und angesichts prominenter Zweifler an der Zukunft der Presse redet Chefredakteur Wolfgang Büchner in HORIZONT jetzt Tacheles - mit Sendungsbewusstsein nach außen und nach innen. "Wir werden den Beweis führen, dass Qualitätsjournalismus auch digital dauerhaft erfolgreich sein kann", sagt Büchner in seinem ersten Interview als Chefredakteur von "Spiegel" und Spiegel Online: "Das ist mein Hauptauftrag hier." Damit widerspricht der 47-Jährige klar dem Verleger und VDZ-Präsidenten Hubert Burda ("Focus"), der gerade auf seiner eigenen Digitalkonferenz DLD behauptet hatte, allein mit Qualitätsjournalismus könne im Netz heute niemand mehr überleben. Dabei steckt der "Spiegel" im selben Dilemma wie die meisten anderen Verlage: Noch nie hat die Marke in Print plus Online so viele Menschen erreicht - aber auch noch nie so wenig Umsatz mit allem erzielt.

Wolfgang Büchner setzt auch digital auf Qualitätsjournalismus  (c) Carsten Milbret
Wolfgang Büchner setzt auch digital auf Qualitätsjournalismus (c) Carsten Milbret
Im Gespräch mit HORIZONT erklärt Büchner sein Zukunftsrezept. Und er antwortet auf Kritiker in seiner Redaktion, die ihrem neuen Chef mangelndes Interesse an Inhalten und Debatten vorwerfen. Sie halten ihn eher für einen Redaktionsmanager - und weniger für einen publizistischen Kopf. "Um als Chefredakteur erfolgreich zu sein, kann man das heute nicht mehr trennen", entgegnet Büchner. Und: "Es gibt keine schönere intellektuelle Herausforderung als die, zu überlegen, wie wir unsere Art zu arbeiten in die digitale Welt übertragen können." rp

Abonnenten lesen das gesamte Interview in der HORIZONT-Ausgabe 5/2014, die am Donnerstag, 30. Januar erscheint.

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