HORIZONT Award Das sind die Männer des Jahres 2016

Dienstag, 20. Dezember 2016
Bernd Reichart (Vox), Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund) sowie die BBDO-Manager Wolfgang Schneider und Frank Lotze sind die Männer des Jahres 2016 (v.l.)
Bernd Reichart (Vox), Hans-Joachim Watzke (Borussia Dortmund) sowie die BBDO-Manager Wolfgang Schneider und Frank Lotze sind die Männer des Jahres 2016 (v.l.)
Foto: dfv

Eine hochkarätige Jury hat entschieden, hier sind die Preisträger der HORIZONT Awards 2016, die am 17. Januar in der Alten Oper in Frankfurt vergeben werden: Hans-Joachim „Aki“ Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, wird in der Kategorie Marketing als Unternehmer des Jahres ausgezeichnet. Agenturmanager des Jahres sind die Chefs von BBDO Germany, Frank Lotze und Wolfgang Schneider. Bernd Reichart, Geschäftsführer des TV-Senders Vox, ist der Medienmann des Jahres 2016.
In allen drei Kategorien würdigte die Jury Manager, die ihr Geschäft langfristig und konsequent mit strategischem Blick entwickelt haben. Zum Beispiel Hans-Joachim Watzke: Der BVB-Chef hat die Geschäftsführung des börsennotierten Traditionsclubs vor elf Jahren am Rande der Insolvenz übernommen. Mit Beharrlichkeit, Kreativität und Mut habe Watzke Borussia Dortmund neu aufgestellt, heißt es in der Begründung der Jury. Der sportliche und der wirtschaftliche Erfolg sprechen für sich: Der BVB wurde in der Ära Watzke bisher zweimal Deutscher Meister und stand einmal im Finale der Champions League. In der vergangenen Saison erzielte die Profiabteilung einen Rekordumsatz von 376 Millionen Euro und einen Gewinn von fast 30 Millionen Euro.

Der Jahresauftakt der Branche

Medien und Marken im 21. Jahrhundert – Kommunikation in der digitalen Welt: So lautet das Motto des Deutschen Medienkongresses am 17. und 18. Januar. Chefredakteure von Kai Gniffke („Tagesschau“) bis Julian Reichelt (Bild.de) diskutieren über die Herausforderungen, denen sich der professionelle Journalismus im Wahljahr 2017 gegenübersieht. Marketingchefs wie Barbara Haase (TUI), Dagmar Nedbal (Mastercard) und Hans-Christian Schwingen (Deutsche Telekom) sagen, wie sie es als Werbungtreibende mit den Medien halten. Und der Bestseller-Autor Richard David Precht fragt aus philosophischer Perspektive nach der Zukunft der Mediengesellschaft. Das sind nur einige Highlights unseres Kongresses, der traditionell den Jahresauftakt der Kommunikationsbranche darstellt. Außerhalb der Podien bieten wir Gelegenheit, alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen, insbesondere beim HORIZONT Award am Abend des ersten Kongresstages. Zur Anmeldung
Im HORIZONT-Interview stuft Watzke seinen Klub hinter den „Superbrands“ Real Madrid, FC Barcelona und Bayern München auf einer Stufe mit dem FC Arsenal und Manchester United ein. Er warnt zugleich davor, im Fußball das Marketing über den Sport zu stellen: „Unsere Fans sollen sich nicht als Kunden fühlen. Sonst sind sie keine Fans mehr.“ „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, ist auch ein Motto der Agenturmanager Frank Lotze (Fan von Schalke 04) und Wolfgang Schneider (HSV-Fan, trotz allem). Beide stehen seit 2010 an der Spitze der Agentur. „Sie haben die traditionell schwer zu führende BBDO-Gruppe wieder auf Kurs gebracht“, lautet das Urteil der Jury. „Wir beide können nur als Macher und Gestalter wirken, nicht als Verwalter“, sagt Lotze im Interview. Von Anfang an sei es ihre Strategie gewesen, das kreative Produkt wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Heute steht die Kernmarke BBDO wieder sehr gut da, auch andere Agenturen der Gruppe – etwa Interone, die Peter Schmidt Group oder Sellbytel – sind erfolgreich. Im HORIZONT Kreativranking zählt BBDO 2016 als bestes Network zu den Top 3.

Auch der Medienmann des Jahres, Bernd Reichart, hat ein Herz für den Fußball. Mehr noch, Reichart hat seine Karriere im Sportbusiness begonnen. Er kam nach dem Studium zu Sportfive, heute Lagardère Sports, ging nach Spanien und arbeitete dort ein Jahr lang für den Kunden Real Madrid. Über den spanischen TV-Sender Antena 3, eine Minderheitsbeteiligung von RTL, kam er im Februar 2013 nach Deutschland zurück, als Geschäftsführer von Vox. Der Jury hat imponiert, mit welchem Gespür für Formate und Talente er den Sender erneuert und das Profil geschärft hat. Mit Produktionen wie „Sing meinen Song“, „Grill den Henssler“ und nicht zuletzt mit der „Höhle der Löwen“ habe er neue Shows etabliert. Und mit dem „Club der roten Bänder“ hat Reichart die erste eigenproduzierte Serie bei Vox ins Programm geholt – mit großem Erfolg.

Im immer stärker fragmentierten TV-Markt konnte Vox den Marktanteil 2016 gegen den allgemeinen Trend auf 6,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen steigern, in der besonders schwer zu erreichenden Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen kam der Sender an sein Alltime-High von 2007 heran. Damals waren zugekaufte US-Serien das Erfolgsformat, heute sind sie eher Problemfälle und Vox macht die Quote stattdessen mit eigenen Formaten. „Das gibt dir das gute Gefühl, dein Schicksal selbst in der Hand zu haben“, sagt Reichart im HORIZONT-Interview. uv

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