HORIZONT-Auflagencheck Spiegel-Titel zur Lage der Nation trifft den Geschmack der Leser

Dienstag, 29. August 2017
Der Spiegel traf den Geschmack der Leser
Der Spiegel traf den Geschmack der Leser

Offensichtlich wissen die Deutschen nicht so wirklich, wie es um sie bestellt ist. Jedenfalls konnte der Spiegel mit seiner durch sechs verschiedene Cover illustrierte Titelgeschichte "Die Lage der Nation" ordentliche Einzelverkäufe generieren. Vor allem konnten die Hamburger im Gegensatz zu Stern und Focus ihre Einzelverkäufe gegenüber der Vorwoche steigern.
Für die am 29. Juli erschienene Ausgabe hat sich der Spiegel-Verlag besonders ins Zeug gelegt. Neben einer veränderten Heftstruktur und einer anderen Bildsprache haben die Hamburger außerdem sechs verschiedene Titelbilder entworfen, die jeweils in Comicform Bundeskanzlerin Angela Merkel dabei zeigen, wie diese eine aktuelle Herausforderung angeht, etwa die Auseinandersetzung mit US-Präsident Donald Trump oder die Krise der EU. Bei den Lesern trafen die Spiegel-Macher damit offensichtlich einen Nerv. Insgesamt gingen laut IVW von Ausgabe 31 an Kiosken, Tankstellen oder in Supermärkten 227.499 Exemplare über die Ladentische - zwar rund fünfeinhalbtausend Hefte weniger als in der Vorwoche, dennoch das viertbeste Ergebnis des laufenden Jahres für den Spiegel. Der bisherige Jahresschnitt von rund 204.000 Exemplaren wurde damit klar übertroffen.

Ein anderes Bild bot sich bei der Konkurrenz. Der Focus verschlechterte sein ohnehin schon maues Ergebnis der Vorwoche sogar noch einmal. Von Ausgabe 31, die mit der Titelgeschichte "Wie Geld unser Leben steuert" die Leser an die Zeitschriftenständer locken sollte, wurde gerade einmal 58.486 Exemplare verkauft - und das bei einem Jahresschnitt von zuvor rund 65.000 verkauften Heften pro Ausgabe.

Noch deutlicher ging es beim Stern bergab: 178.464 verkaufte Exemplare für Ausgabe 31 sind zwar ein Minus von ziemlich genau 17.000 Heften. Allerdings jammern die Heft-Macher, wenn sie denn jammern, auf hohem Niveau: Der Einzelverkaufswert der Ausgabe mit der Titelgeschichte "Wem gehört Mallorca" befindet sich immer noch deutlich über dem Jahresschnitt, der bei rund 177.000 liegt. ire

Einzelverkauf von Spiegel, Stern und Focus

Quelle: IVW (Einzelverkauf in Tsd. Exemplaren)

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