HORIZONT-Auflagencheck "Spiegel"-Titel über Nazi-Eltern verkauft sich nur mäßig

Dienstag, 20. Mai 2014
Tolle Titelstory, mauer Verkauf: "Spiegel"-Ausgabe 16/2014
Tolle Titelstory, mauer Verkauf: "Spiegel"-Ausgabe 16/2014

In Medienkreisen hat die "Spiegel"-Titelgeschichte "Mein Vater, der Mörder" von Cordt Schnibben im April für Aufsehen gesorgt, am Kiosk verkaufte sich die Ausgabe allerdings nicht besonders gut und fuhr den zweitschlechtesten Einzelverkauf des Jahres ein. "Focus" und "Stern" gingen in derselben Woche am Kiosk dagegen gut weg. Die Titelgeschichte von "Spiegel"-Reporter Cordt Schnibben über die Beteiligung seines Vaters an der Erschießung eines vermeintlichen Verräters kurz vor Kriegsende ist ein ebenso mutiger wie bemerkenswerter Text. Doch während das Stück inklusive des liebevoll gestalteten Online-Specials mit großer Wahrscheinlichkeit den einen oder anderen Journalisten-Preis abräumen wird, ließ die Titelgeschichte die Käufer am Kiosk ziemlich kalt. Gerade einmal 227.256 Exemplare von "Spiegel"-Ausgabe 16/2014 wechselten Mitte April den Besitzer - der zweitschlechteste Einzelverkauf des Jahres. Bislang verkaufte der "Spiegel" im laufenden Jahr im Einzelhandel im Schnitt rund 243.000 Exemplare (IVW I/2014).

Ziemlich gut lief es in derselben Woche dagegen für die beiden anderen großen Wochenmagazine: Der "Focus" erzielte mit den "50 Regeln für ein längeres Leben" wie bereits berichtet den bislang zweitbesten Einzelverkauf in diesem Jahr.

"Focus" und "Stern" verkauften sich in KW 16 gut
"Focus" und "Stern" verkauften sich in KW 16 gut
Auch der "Stern" verkaufte sich Mitte April deutlich besser als in den vorangegangenen Monaten: Die Titelgeschichte von Ausgabe 17/2014 über den "Schicksalsflug" von Michael Schumacher ließ 213.374 Käufer zugreifen - rund 11.000 mehr als in der Vorwoche und auch deutlich mehr als im 1. Quartal, als der durchschnittliche Einzelverkauf bei rund 201.000 Exemplaren lag. hor

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