HORIZONT-Auflagencheck Kohl-Protokolle bescheren dem "Spiegel" neuen Jahresbestwert

Dienstag, 11. November 2014
"Der Spiegel" verkaufte sich dank Helmut Kohl so gut wie lange nicht
"Der Spiegel" verkaufte sich dank Helmut Kohl so gut wie lange nicht
Foto: Collage HORIZONT

Wie in alten Zeiten: Ausgerechnet eine Titelgeschichte über Altkanzler Helmut Kohl hat dem "Spiegel" den besten Einzelverkauf im laufenden Jahr eingebracht. Der "Stern" ging am Kiosk mit seiner Coverstory über die Misshandlungen in deutschen Asylunterkünften dagegen unter.
Das Buch "Vermächtnis: Die Kohl Protokolle" sorgte im Oktober für Schlagzeilen - nicht nur wegen seines pikanten Inhalts, sondern auch durch den juristischen Streit zwischen dem Altkanzler und seinem Ghostwriter Heribert Schwan. Der "Spiegel" schlachtete den verbalen Rundumschlag von Kohl gegen ehemalige politische Weggefährten und Feinde Anfang Oktober genüsslich aus - und erzielte damit den besten Einzelverkauf seit über einem Jahr. 301.554 Exemplare von Ausgabe 41/2014 gingen im Einzelhandel über die Ladentische. Zum Vergleich: Im 3. Quartal lag der durchschnittliche Einzelverkauf gerade einmal bei rund 261.000 Exemplaren je Ausgabe. Des einen Freud, des anderen Leid: Der "Stern" machte in derselben Woche mit den Misshandlungen von Asylbewerbern durch Wachleute auf und fuhr damit eines der schlechtesten Verkaufsergebnisse des Jahres ein: Nur 187.118 Exemplare von Ausgabe 42/2014 fanden einen Abnehmer - der zweitschlechteste Einzelverkauf in diesem Jahr. Der durchschnittliche Einzelverkauf lag im 3. Quartal bei rund 236.000 Heften je Ausgabe.

Auch der "Focus" blieb mit Ausgabe 41/2014 erneut im Soll: Für einen Ausstieg auf Zeit ("Ich steig dann mal aus...") interessierten sich lediglich 77.656 Käufer. Zum Vergleich: Im 3. Quartal verkaufte der "Focus" am Kiosk im Schnitt knapp 84.000 Exemplare. dh


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