Guido Maria Kretschmer "Das Vorführen von Menschen ist out"

Donnerstag, 07. November 2013
Guido Maria Kretschmer (2. v. l.) in der "Supertalent"-Jury (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
Guido Maria Kretschmer (2. v. l.) in der "Supertalent"-Jury (Bild: RTL/Stefan Gregorowius)
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Guido Maria Kretschmer RTL Supertalent Frank Hoffmann


"Die Zuschauer sind viel gescheiter, als man lange geglaubt hat." Das sagt kein TV-Experte, das sagt Guido Maria Kretschmer. Der Modedesigner weiß mittlerweile, wovon er spricht. Auf Vox präsentiert er die zweite Staffel von "Shopping Queen", seit Herbst sitzt er außerdem in der Jury der RTL-Show "Supertalent". Wie ihm der Spagat zwischen eigener Passion und Abendprogramm gelingt und wieso eine Mutter im Kittel genauso attraktiv sein kann wie ein Model in Haute Couture, verrät der 48-Jährige im Interview. Herr Kretschmer, im Frühjahr 2014 suchen Sie auf RTL Die schönste Frau Deutschlands . Nach Ihrer eigenen Aussage ein Format wie für Sie gemacht - wieso? Ich fand es immer schön, nicht nur ein Casting zu machen, bei dem man sieht, wer am weitesten springen kann, sondern sich mit der Frage zu beschäftigen, was ist Schönheit denn überhaupt? Frauen sind so unterschiedlich, und eine alleinerziehende Mutter im Kittel kann genauso aufregend sein wie eine, die sich den ganzen Tag die Nägel feilt. Die Vielfalt zu zeigen, mit Vorurteilen aufzuräumen und eine Frauenplattform zu schaffen, das finde ich total spannend. Vor allem bin ich diesmal wirklich nah dran, während ich bei Shopping Queen ja eher Ratschläge im Hintergrund gebe. Wir arbeiten gerade am Konzept. Die Sendung soll auf jeden Fall einen neuen Blick auf Deutschlands Frauen ermöglichen.

Sehen Sie das Fernsehen in der Pflicht, mehr solche Formate anzustoßen? Absolut. Denn Zuschauer sind viel gescheiter, als man lange geglaubt hat. Das total Trashige, das Vorführen von Menschen, das ist allmählich out und tut eher weh. Es wird immer Formate geben, die das machen genau wie Menschen, die sich dafür hergeben. Aber grundsätzlich denke ich, dass man Zuschauern auch ernsthafte Themen vorsetzen kann, ohne dass die den ganzen Tag nur Arte schauen müssen. Wenn es das Fernsehen schafft, die Zuschauer mit bewegten Bildern, mit guten Leuten und anständigen Themen auch mal zum Nachdenken zu bewegen, dann kann man richtig was in Gang bringen. RTL ist da mit Programmgeschäftsführer Frank Hoffmann gut unterwegs. kl

Das ausführliche Interview mit Guido Maria Kretschmer lesen Abonnenten in der Ausgabe 45/2013, die am heutigen Donnerstag, 7. November, erschienen ist.
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