Analoge Hasskommentare vor Twitter-Zentrale Was hinter der Guerilla-Aktion von Shahak Shapira steckt

Montag, 07. August 2017
Der Satiriker Shahak Shapira will Twitter auf das Problem von Hatespeech aufmerksam machen
Der Satiriker Shahak Shapira will Twitter auf das Problem von Hatespeech aufmerksam machen
© Screenshot Youtube
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Der Kampf gegen Hasskommentare in den sozialen Netzwerken ist ein Thema, das unsere Gesellschaft und die Politik immer stärker beschäftigt. Der Satiriker Shahak Shapira hat jetzt mit einer Guerilla-Aktion in Hamburg auf das Thema aufmerksam gemacht - und damit die laschen Lösch-Praxen von Twitter an den Pranger gestellt.
Der Hintergrund der Aktion, die Shapira in einem fünfminütigen Youtube-Video (siehe oben) erklärt: In den letzten sechs Monaten hat der 29-Jährige laut eigenen Aussagen über 450 Hasskommentare jeglicher Art in den sozialen Netzwerken gemeldet, da sie die Nutzungsbedingungen eindeutig verletzen - über 300 davon auf Twitter, rund 150 bei Facebook. Während Facebook innerhalb von ein bis drei Tagen etwa 80 Prozent der Kommentare löschte, erhielt Shapira von Twitter nur auf neun seiner Meldungen überhaupt eine Antwort. Und alle besagten, dass kein Verstoß gegen die Regeln des Netzwerkes vorliege. Das wollte der Satiriker nicht auf sich sitzen lassen. Gemeinsam mit einigen Helfern pickte er sich 30 Twitter-Hasskommentare heraus und sprühte sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion direkt vor die Tore der deutschen Twitter-Zentrale in Hamburg - und fing am nächsten Morgen direkt noch ein paar Reaktionen von Passanten ein. Dazu zeigt der Film, wie eine Reinigungskraft ein paar der Graffitis vom Boden entfernt, aber nur jene die unmittelbar vor dem Eingang zum Twitter-Büro liegen.
Shahak Shapira
Bild: Shapira

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"Das passt eigentlich ganz gut zu der Twitter-Politik: Schön vor der eigenen Haustüre kehren und um den Rest sollen sich die anderen kümmern", so Shapira. "Diese Aktion wird nie groß genug sein, um überhaupt zu visualisieren, wie viele von diesen Hassbotschaften auf Twitter stehen. Aber vielleicht können wir wenigstens einen kleinen Denkanstoß bewirken."

Auf Facebook und Twitter kommt die Aktion wieder einmal gut an. Nach wenigen Stunden zählt der Clip zu den analogen Hasskommentaren bereits über 190.000 Views, wurde über 7500 Mal gelikt und 2500 Mal geteilt. tt
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