Gruner + Jahr Vertriebstochter DPV forciert Digitalgeschäft und Direktmarketing

Dienstag, 10. Dezember 2013
DPV-Geschäftsführer Nils Oberschelp (Foto: Gruner + Jahr)
DPV-Geschäftsführer Nils Oberschelp (Foto: Gruner + Jahr)

Vier Monate nach seinem Antritt baut Nils Oberschelp, Vorsitzender der Geschäftsführung der G+J-Tochterfirma Deutscher Pressevertrieb (DPV), das Unternehmen um. Ziel ist die "ganzheitliche Vertriebssteuerung" der Print- und Digitalauflagen über alle Kanäle, also Grosso und Einzelhandel, Onlinekioske, Abos und Direktmarketing - und das sowohl für die G+J-eigenen Marken wie auch für die Titel der über 200 Verlagsmandanten des DPV. Im Umkehrschluss heißt das wohl: Aus Oberschelps Sicht haben die DPV-Fachsparten bisher zu unkoordiniert und mit zu hohem Abstimmungsbedarf vor sich hingewerkelt. Nun löst der neue G+J-Vertriebschef die Sparte Direktmärkte auf und verlagert die Koordination aller Themen des Abomarketings auf die jeweiligen Vertriebschefs der G+J- und Mandantentitel.

Dagegen kommen zwei neue zentrale Spezialabteilungen hinzu: Erstens die Digital-Unit für den plattformübergreifenden Vertrieb der G+J- und Mandantentitel über große Onlineshops wie die von Amazon, Apple und Google sowie über markenindividuelle Webshops. Außerdem geht es um eine bessere Ausschöpfung der Kundenkontakte ("User Conversion") innerhalb der DPV-Angebote. Die zweite neue Unit kümmert sich zentral ums Abo-Direktmarketing, also etwa um Telefon-, E-Mail-, Online- und Performance-Marketing.

Das Mandantengeschäft, über dessen Verbleib beim DPV nach dem Abtritt des Oberschelp-Vorgängers Olaf Conrad spekuliert worden war, soll ausgebaut werden. Sein Nachfolger verweist hier auf die Investitionen in Technologie und zusätzliche Mitarbeiter vor allem in den beiden neuen Units, die sich wohl nur rechnen, wenn der DPV diesen Apparat durch zusätzliche externe Kunden besser auslasten kann. Oberschelp drückt es anders aus: "Angesichts der allgemein und strukturell rückläufigen klassischen Vertriebsmärkte bieten uns das Verlagskunden- und das Digitalgeschäft neue Wachstumsmöglichkeiten."

Kleinere Mandatsverluste wie jüngst das ehemalige G+J-Wirtschaftsmagazin "Impulse", das seinen Vertrieb künftig weitgehend selbst übernimmt, sieht Oberschelp gelassen - und den DPV nicht als Billiganbieter: "Mit unserem breiten Angebot an Qualitätsdienstleistungen können und wollen wir nicht die Preisführerschaft im Nationalvertrieb erreichen." Fürs kommende Jahr kündigt er unter anderem die Stiftung Warentest ("Test") und die österreichische G+J-Tochter Verlagsgruppe News als neue Kunden an. rp
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