Gruner + Jahr Jäkel zeigt sich trotz Umsatzrückgangs optimistisch

Donnerstag, 27. März 2014
Gruner + Jahr hat ein bewegtes Jahr in sich - das spiegelt auch die Bilanz für 2013 wider
Gruner + Jahr hat ein bewegtes Jahr in sich - das spiegelt auch die Bilanz für 2013 wider

Die personelle, organisatorische und strategische Neuausrichtung – kurz: ein Radikalumbau – prägte das zurückliegende Geschäftsjahr bei Gruner + Jahr (G+J). In den Geschäftszahlen, die der Hamburger Verlag heute präsentiert hat, macht sich die "Transformation" bemerkbar: mit einem Umsatzrückgang, aber auch mit einem florierenden Deutschlandgeschäft. Wie HORIZONT bereits prognostiziert hatte, liegen sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis im Jahr 2013 unterhalb des Vorjahreswertes. So beläuft sich der Umsatz bereinigt auf 2,07 Milliarden Euro (2012: 2,22 Milliarden Euro). Beim operativen Ergebnis liegt G+J 2013 mit 146 Millionen Euro zweistellig unter 2012 (168 Millionen). Eine Überraschung sind die schlechten Zahlen nicht. Gründe für die Entwicklung sind die Schließung der "Financial Times Deutschland", Verkäufe von "Börse Online", "Impulse" und der Mehrheit von "In" – und das konjunkturbedingt desaströse Auslandsgeschäft in vielen von G+J bespielten Ländern.

Die Geschäfte in Deutschland dagegen liefen offenbar deutlich besser als im Vorjahr. Während die Vertriebserlöse dem Markttrend entsprechend leicht zurückgingen, entwickelte sich das portfoliobereinigte Anzeigengeschäft laut G+J positiv. Die Arbeit an bestehenden Titeln sowie kontinuierliche Investitionen hätten sich demnach ausgezahlt und Vermarkter G+J Media Sales konnte Marktanteile hinzugewinnen. Auch die Vermarkter EMS (Digital) und Ligatus (Performance) seien weiter gewachsen.

Über alle Bereiche hinweg verzeichnen die Hamburger für 2013 damit einen Jahresüberschuss in Höhe von 81 Millionen Euro. Nach einem Jahresfehlbetrag von 11 Millionen Euro im Jahr 2012 kehrt G+J damit in die Gewinnzone zurück. Erneut beteiligt das Haus auch die insgesamt 10.819 Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg und schüttet für das zurückliegende Geschäftsjahr eine Gesamtsumme von über drei Millionen Euro Gewinnbeteiligung an die Beschäftigten aus.

Vorstandsvorsitzende Julia Jäkel sieht in der vorliegenden Bilanz ihre Erwartungen bestätigt: "Wir haben vor sechs Monaten begonnen, Gruner + Jahr grundlegend umzugestalten – von einem klassischen Zeitschriftenverlag zu einem kreativen und natürlich auch digitalen Haus der Inhalte. Das ist ein langer Weg, bei dem wir nicht auf kurzfristige Umsatz- und Ergebnisoptimierung setzen, sondern auf langfristige Wertsteigerung hinarbeiten."

2013 bezeichnete Jäkel als "Investitionsjahr": Geld steckte G+J unter anderem in die Einrichtungs-Community Roomido, den Delikatessen-Onlinestore Delinero und den Internetstore für Baby- und Kinderbekleidung Tausendkind. Mit "Chefkoch" und "Flow" wuchs auch das Printportfolio um zwei Titel an. kl
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