Gruner + Jahr "Essen & Trinken" bittet zum Relaunch die Leser zur Kasse

Freitag, 10. Juli 2015
Das August-Cover des Foodmagazins
Das August-Cover des Foodmagazins
Foto: G+J

Veränderte Rezeptur: Gruner + Jahr schmeckt seinen Foodmagazin-Klassiker "Essen & Trinken" neu ab, inhaltlich, optisch und haptisch. Eine Heftaufwertung mit Kalkül - die es auch für die Leser nicht zum Nulltarif gibt.

Ab der August-Ausgabe, die bereits am 15. Juli erscheint, kommt der Titel mit 16 Seiten mehr (dann 148 Seiten), dickerem Umschlagpapier, einem veränderten Themenmix samt Layout und einem höheren Copypreis daher - dieser steigt von 4,20 auf 4,90 Euro (plus 17 Prozent).

Auf dem Cover werden fortan mehr Themen als bisher angerissen, um Kioskkäufern zu "zeigen, dass wir mehr zu bieten haben als andere", sagt Chefredakteur Jan Spielhagen. Als Einstieg fungiert ein neuer Magazinteil mit 1/1-seitigen Beiträgen, damit im meistgebuchten vorderen Heftteil die Anzeigen nicht länger so manche mit Bedacht inszenierte Rezeptstrecke unterbrechen. Zahlreiche neue Rubriken tauchen hier auf, darunter auch eine Kolumne der Kabarettistin Cordula Stratmann. Und im Layout kommen eine zusätzliche (Schreib-) Schrift und frischere Farben hinzu; die Gerichte sollen auch fotografisch opulenter inszeniert werden.
EssenundTrinken_Deutschland
Bild: Bild: Gruner + Jahr

Mehr zum Thema

"Essen & Trinken"-Chef Jan Spielhagen "Wenn man genau hinschaut, entdeckt man die Lücken im Markt"

Und inhaltlich? Mehr schwierigere Rezepte, mit denen "Deutschlands Bibel der Hobbyköche" (Spielhagen) ihre Leser herausfordern will - und zugleich auch mehr einfache, schnelle Alltagsgerichte. Eher weniger Mittelding-Mahlzeiten also. Außerdem will Spielhagen seinem Blatt mehr Getränkethemen einschenken, mehr vegetarische und vegane Gerichte kredenzen, mehr auf Regionalität und Saisonalität achten - und auch mehr backen. Bei alledem sollen Menschen in den Vordergrund rücken, die zwölf G+J-Köche, die Autoren, die Protagonisten der Kulinarik-Reportagen. "360-Grad-Foodmagazin", sagt Spielhagen zusammenfassend und meint damit nicht die Heizstufe im Backofen, sondern den thematischen Rundum-Anspruch.

Das Ziel ist es, die Auflage zu stabilisieren und die Vertriebserlöse zu erhöhen. Ersteres ist in den vergangenen Jahren recht gut gelungen: 162.380 Hefte verkaufte "Essen & Trinken" zuletzt (IVW 2015/I), kaum 1 Prozent weniger als vor fünf Jahren. Zum anderen will G+J seinen Traditionstitel (1972 gegründet) mit der Aufwertung und mit mehr Geschichten rund ums Kulinarische stärker von der hauseigenen Rezepte-Community Chefkoch.de abgrenzen, die auf redaktionell nicht betreute Nutzerbeiträge setzt. "'Essen & Trinken' hat das beste Angebot - und Chefkoch.de das größte", sagt Publisher Gerd Brüne. Das Magazin ist der wichtigste Erlösbringer in der G+J-Food-Sparte, die mit mittlerweile sieben Titeln plus (Online-) Ablegern und Chefkoch.de einen Umsatz von rund 35 Millionen Euro erzielt. rp

Meist gelesen
stats