Gruner + Jahr Die Medienoffensive von Julia Jäkel und Stephan Schäfer

Mittwoch, 11. September 2013
Werben für ihre Pläne: Die G+J-Vorstände Julia Jäkel und Stephan Schäfer
Werben für ihre Pläne: Die G+J-Vorstände Julia Jäkel und Stephan Schäfer


Einen Tag nach der Bekanntgabe der großen Transformation des Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr in ein "Inhaltehaus" erläutern die Vorstände Julia Jäkel und Stephan Schäfer in großen Interviews mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Jäkel) und der "Zeit" (Schäfer) ihre Pläne. Dabei wird immer deutlicher: Es wird zwar auch Investitionen in neue Printobjekte geben, die großen Wachstumshoffnungen ruhen allerdings vor allem auf dem lange Zeit verpönten Online-Handel.
Bereits in den wortreichen Pressemitteilungen vom Dienstag klang durch, dass vor allem E-Commerce und Paid Services für neue Erlöse sorgen sollen - immer unter dem Vorbehalt, dass die angebotenen Produkte zu den "Communities of Interest" passen, denen Gruner + Jahr alle Titel und Portale zugeordnet hat. Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe) betont G+J-Chefin Julia Jäkel zwar die Bedeutung des Kerngeschäfts Print ("Wir sind fest davon überzeugt, dass wir damit langfristig sehr gutes Geld verdienen können"), bei der Frage nach künftigem Wachstum verweist Jäkel aber vor allem auf neue Geschäftsfelder: "Langfristig werden wir auch wieder wachsen. Dazu müssen wir aber auch neue Geschäfte aufbauen, etwa über Beteiligungen an Online-Händlern oder auch den Aufbau zahlungspflichtiger Serviceangebote."

Auch Produktvorstand Stephan Schäfer betont im Interview mit der "Zeit" die Bedeutung transaktionsbasierter Erlöse: "Wir reden hier über neues Geschäft im Kontext unserer Inhalte, das über die Kreation und Vermarktung derselben hinausgeht: Durch Handel und Dienstleistungsgeschäfte." Mit "Chefkoch" arbeitet der Verlag aber auch an einer neuen Kochzeitschrift, die vom gleichnamigen Kochportal Chefkoch.de inspiriert worden ist.

Allerdings läuft es auch im klassischen Geschäft wieder besser: "Unser deutsches Anzeigengeschäft ist deutlich über Vorjahr. Die Umsatzrendite lag zur Halbzeit bei 8,6 Prozent", betont Jäkel. "Wir sind insbesondere mit unseren deutschen Magazinen gut unterwegs."

Der Schwerpunkt der Investitionen in neue Produkte liegt allerdings ganz klar im digitalen Bereich: "Derzeit suchen wir über 200 Digitalspezialisten", sagt Schäfer. In den Redaktionen wird es dagegen wohl oder übel zu einem Stellenabbau kommen: "So eine Transformation bedeutet, dass wir über Jahre mit Unsicherheiten leben werden müssen", so Schäfer. "Das können wir unseren Mitarbeitern auch nicht völlig abnehmen." dh
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