"Handelsblatt" Bertelsmann zahlt für G+J-Anteile offenbar 250 Millionen

Dienstag, 07. Oktober 2014
Bertelsmann zahlt laut "Handelsblatt" bis zu 250 Millionen Euro für G+J
Bertelsmann zahlt laut "Handelsblatt" bis zu 250 Millionen Euro für G+J
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25,1 Prozent der Anteile fehlten Bertelsmann noch, um alleiniger Gesellschafter des Verlagshauses Gruner + Jahr zu werden - bis gestern. Für das letzte Viertel zahlte der Medienkonzern dem Vernehmen nach "nur" einen Kaufpreis von bis zu 250 Millionen Euro, berichtet das "Handelsblatt". Rund 100 Millonen davon würden  Cash an die Erben des Mitgründers John Jahr überwiesen, der Rest werde mit Gewinnanteilen verrechnet. Bertelsmann will diese Zahlen nicht kommentieren.
Grund für den Verkauf zum "Schnäppchenpreis" dürfte neben den fallenden G+J-Umsätzen der Wunsch der Jahr-Erben sein, das renditeschwache Verlagsgeschäft schnell zu verlassen. Bertelsmann will zu der kolportierten Summe auf HORIZONT-Anfrage keine Stellung nehmen - man halte sich an das zwischen den Vertragspartnern vereinbarte Stillschweigen, so ein Sprecher. In der offiziellen Mitteilung hieß es, der Kaufpreis werde in bar geleistet. CEO Thomas Rabe hatte die Summe am Montag als "angemessen und fair" bezeichnet. Zuletzt hatte Bertelsmann im Oktober 2012 versucht, seinen Tochterverlag Gruner + Jahr komplett zu übernehmen. Damals waren sich die beiden Parteien weder über den Wert des 25,1-Prozent-Pakets der Jahr-Holding noch über das das Objekt der geplanten Gegenbeteiligung einig. Die Jahrs wollten etwa 5 Prozent an der Muttergesellschaft Bertelsmann ergattern, deren Eigentümerfamilie Mohn lieber nur Anteile der TV-Konzerntochter RTL abgeben. Die im "Handelsblatt" kolportierten 3,5 Prozent der Bertelsmann-Anteile, die das Gütersloher Medienunternehmen 2012 offenbar zu zahlen bereit war, wären nach damaligem Kurs rund 625 Millionen Euro wert gewesen. Letzlich aber platzte der Deal.
Gruner + Jahr will in den kommenden Jahren kräftig sparen (Foto: G+J)

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Welche Folgen die Komplettübernahme von G+J durch Bertelsmann über die bereits bekannten Maßnahmen hinaus haben wird (400 Stellenstreichungen in den kommenden drei Jahren stehen bereits fest), ist noch nicht genau bekannt. Weitere Sparprogramme sind laut CEO Rabe jedenfalls nicht geplant; Bertelsmann stehe voll hinter den verkündeten Plänen des G+J-Vorstands um Julia Jäkel: "Es geht nicht um Durchregieren", sagte der Medienmanager am Montag. Fest steht, dass Rabe die Verlagssparte stärker mit anderen Unternehmensbereichen verknüpfen will, etwa mit RTL. Die Umwandlung von G+J von einer AG in eine GmbH gilt Insidern zufolge dabei als wahrscheinlich. fam
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