Grünes Licht Springers Regional- und Frauentitel gehen an Funke

Dienstag, 03. Dezember 2013
Funke darf "Bild der Frau" und Co übernehmen
Funke darf "Bild der Frau" und Co übernehmen

Axel Springer hat beim geplanten Verkauf eines großen Teils seines Verlagsgeschäfts an die Funke Mediengruppe eine erste wichtige Hürde genommen. Das Bundeskartellamt hat heute entschieden, dass der Essener Medienkonzern die Regionalzeitungen und Frauenzeitschriften Springers übernehmen darf. Damit wechseln die "Berliner Morgenpost", das "Hamburger Abendblatt", die "Bergedorfer Zeitung", die Anzeigenblätter "Hamburger Wochenblatt" und "Berliner Woche" sowie die Frauenzeitschriften "Bild der Frau" und "Frau von Heute" den Eigentümer. Das Bundeskartellamt begründet seine Entscheidung damit, dass die Funke Mediengruppe bislang auf den Zeitungsmärkten in Berlin und Hamburg nicht aktiv ist. Der Zusammenschluss werfe dort daher keine kartellrechtlichen Bedenken auf. Im Bereich der Frauenzeitschriften könne die Funke Mediengruppe durch die Übernahme der Springer-Titel zwar ihre Marktanteile auf dem Leser- und Anzeigenmarkt erhöhen, bleibe aber dort auch künftig "wesentlichem Wettbewerb ausgesetzt", heißt es in der Begründung weiter.

Springer hatte Ende Juli bekannt gegeben, große Teile seines Printgeschäfts an die Funke Mediengruppe verkaufen zu wollen. Dazu gehören neben den genannten Regionalzeitungen und Frauenzeitschriften auch traditionsreiche Programmzeitschriften wie "Hörzu", die "Funk Uhr" und die "Bildwoche". Das Gesamtpaket lässt sich Funke 920 Millionen Euro kosten.

Mit der heutigen Entscheidung des Bundeskartellamts ist die Gesamttransaktion aber noch lange nicht in trockenen Tüchern. Grund: Springer und Funke hatten ihren Antrag zur Genehmigung des Verkaufs erst kürzlich "aus formalen Gründen" zurückgezogen und stattdessen vier Einzelanträge eingereicht, um dem Bundeskartellamt die Entscheidung zu erleichtern. Zuvor hatte der Chef der Behörde, Andreas Mundt, in einem Interview angedeutet, dass der Deal "kein Selbstläufer" sei.

Mit der Entscheidung von heute haben die Richter also nur einen von insgesamt vier Anträgen durchgewunken. Noch keine Entscheidung gibt es zu den Programmzeitschriften sowie den Gemeinschaftsunternehmen in den Bereichen Vertrieb und Vermarktung. Laut Funke soll darüber erst im nächsten Jahr entschieden werden. mas
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