Funke / Springer Bundeskartellamt winkt gemeinsame Vermarktung durch

Donnerstag, 11. Juni 2015
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes
Foto: Bundeskartellamt

Freie Fahrt für die Vermarktungskooperation zwischen der Funke Mediengruppe und Axel Springer: Das Bundeskartellamt hat das geplante Gemeinschaftsunternehmen Media Impact ohne Auflagen genehmigt. Die gemeinsame Vermarktung führe zu "keiner wesentlichen Einschränkung des Wettbewerbs".
"Die Ermittlungen haben gezeigt, dass die Bild-Zeitung bei bundesweiten Zeitungsanzeigen zwar über eine starke Position, nicht aber über eine marktbeherrschende Stellung im kartellrechtlichen Sinne verfügt", begründet Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes die Entscheidung: "Die gemeinsame Anzeigenvermarktung mit der Funke Mediengruppe bewirkt keine wesentliche Einschränkung wirksamen Wettbewerbs." Werbekunden hätten die Möglichkeit, auf ganz unterschiedlichen Wegen Kombinationen regionaler Tageszeitungen zu buchen und damit eine bundesweite Marktabdeckung zu erreichen. "Solchen überregionalen Kooperationen von regional tätigen Regionalzeitungen begegnen in aller Regel ihrerseits keinen kartellrechtlichen Bedenken", so Mundt weiter. Darüber hinaus sei die Bild-Zeitung auch starkem Wettbewerb durch andere Medien aus benachbarten Märkten wie zum Beispiel Fernsehwerbung ausgesetzt.

"Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des Bundeskartellamtes. Wir werden jetzt zügig letzte Details klären und das Joint Venture auf den Weg bringen", sagt Manfred Braun, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe. Das Gemeinschaftsunternehmen soll unter der Führung von Axel Springer die nationale Vermarktung der Tageszeitungen von Springer und Funke sowie den Zeitschriften und Online-Medien übernehmen. Geplant ist, dass sich Funke mit 25,1 Prozent an Axel Springer Media Impact (Asmi) beteiligt. Geschäftsführer des Joint Ventures bleibt Asmi-Chef Andreas Geyr.
„Die gemeinsame Anzeigenvermarktung mit der Funke Mediengruppe bewirkt keine wesentliche Einschränkung wirksamen Wettbewerbs.“
Andreas Mundt
Mit der Genehmigung haben die Wettbewerbshüter den dritten Teilschritt der umfangreichen Transaktion zwischen Axel Springer und der Funke Mediengruppe abgesegnet. Zuvor hatte das Bundeskartellamt bereits grünes Licht für den Verkauf der regionalen Tageszeitungen "Berliner Morgenpost" und "Hamburger Abendblatt" an den Essener Zeitungskonzern gegeben. Die Übernahme der Programmzeitschriften durch Funke hatte das Kartellamt nur unter Auflagen freigegeben: Die Essener mussten einen Teil der Programmies an die Mediengruppe Klambt weiterreichen. dh
Meist gelesen
stats