Grosso-Tagung Boris Schramm fordert bessere Leistungsnachweise für Print

Freitag, 20. September 2013
Grosso-Chef Frank Nolte sieht keinen Grund für ein "Print Bashing"
Grosso-Chef Frank Nolte sieht keinen Grund für ein "Print Bashing"

Schluss mit der Schwarzmalerei: Im Rahmen der Jahrestagung des Bundesverbandes Presse-Grosso forderten Experten aus Verlagen, Werbewirtschaft und Vertrieb ein Ende des aktuellen Fatalismus. Für "Print Bashing" gebe es keinen Grund, betonte Grosso-Vorsitzender Frank Nolte. Allerdings müssten sich Zeitungs- und Zeitschriftenhäuser auf den "digitalen Paradigmenwechsel" einstellen, forderte Group-M-Manager Boris Schramm. In der Podiumsdiskussion, die den Abschluss des diesjährigen Vertriebskongresses in Baden-Baden darstellte, sprach Schramm den Printmedien zunächst eine ungebrochene Relevanz als Werbeträger zu. Das Geschäftsmodell großer Internetkonzerne wie Google beruhe zwar wesentlich auf Content, dieser sei aber nur in den seltensten Fällen auch selbst produziert. Dennoch müssten die Verlage ihre spezifischen Leistungen für Werbungtreibende schlüssiger und nachvollziehbar ausweisen, wie es die digitalen Wettbewerber bereits tun würden. Und obwohl die Häuser laut Schramm strategisch schon einige Jahre verloren hätten, gebe es noch genügend Spielraum, wieder aufzuholen.

Boris Schramm sieht noch genügend Spielraum für Verlage
Boris Schramm sieht noch genügend Spielraum für Verlage
Schließlich böten Printmedien unverändert die besten Voraussetzungen, um Lesererwartungen passgenau zu erfüllen, stellte Verbandschef Nolte heraus. Bei der Bildung von Marken und im Imageaufbau sei Print "unverzichtbar" und dem Digitalen überlegen. Nolte bekräftigte damit seine Forderung nach einer "Politik pro Print" aus der Jahrespressekonferenz des Verbandes von Anfang September.

"Focus"-Chefredakteur Jörg Quoos riet gerade im Wettbewerb mit Online-Anbietern vor allem Nachrichtenmagazinen zu einem "Mut zur Tiefe". Einordnung und Orientierung im "digitalen Dschungel" zu geben, sei eine große Chance. Zumindest aber müssten die Medienmanager bei der Fortentwicklung ihrer Produkte und Vertriebskanäle "die Abgrenzung zwischen Print und Digital im Kopf ein für alle Mal löschen", betonte Jil-Madelaine Blume, Vorstand der Jugendpresse Rheinland. kl
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