Google überholt Facebook Machtwechsel bei den wichtigsten Traffic-Bringern für Publisher

Mittwoch, 13. Dezember 2017
Googles Accelerated Mobile Pages funktionieren offenbar gut
Googles Accelerated Mobile Pages funktionieren offenbar gut
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Facebook Google Machtwechsel Accelerated Mobile Pages


Bislang galt Facebook als Top-Zugriffsbringer für Verlags-Websites. Diese Zeiten sind nach einigen Algorithmus-Veränderungen bei dem sozialen Netzwerk wohl vorbei. Dafür erhält Google mehr Relevanz - vor allem durch ein Mobile-Format. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Analytics-Plattform Parse.ly von 2.500 Publishern.
Der Analyse zufolge ist der Facebook-Traffic zwischen Februar und Oktober 2017 um 25 Prozent zurückgegangen, während Google um 17 Prozent zulegen konnte. Insgesamt sorgt Google nun für 42 Prozent des Traffics, Facebook liegt nur noch bei 26 Prozent. Damit haben sich die Kräfteverhältnisse umgekehrt: Im Jahr 2015 hatte Facebook Google als wichtigsten Zugriffsbringer überholt und war das seither geblieben. Für den Wachwechsel gibt es verschiedene Gründe. Einer davon dürfte sein, dass Facebook seinen Algorithmus zuletzt dahingehend verändert hatte, Posts von Personen stärker hervorzuheben und Publisher-Inhalte weniger prominent anzuzeigen. Facebook, das von Werbeeinnahmen lebt, möchte zum einen natürlich, dass die Nutzer ihre sozialen Kontakte auf der Plattform besser pflegen können. Zum anderen sollen die Verlage Mediageld in die Hand nehmen, um bei Facebook gesehen zu werden. Ein weiterer Grund könnte sein, dass Facebook zuletzt Video-Content stark favorisierte. Publisher arbeiten aber überwiegend mit Link-Posts, die nun weniger prominent angezeigt werden.

Besonders lohnenswert ist aber der Blick auf die Mobil-Produkte von Facebook und Google. Facebook hatte im Frühjahr 2015 Instant Articles eingeführt, ein schnell ladendes Artikel-Format, das direkt in der Facebook-App angezeigt wird. Einige Monate später zog Google mit seinem Pendant Accelerated Mobile Pages nach.
Malte Ubl
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Während der Traffic von Instant Articles in diesem Jahr laut Parse.ly relativ konstant blieb, legte der AMP-Traffic um satte 87 Prozent zu. Die Stagnation bei Instant Articles lässt sich mit den oben genannten Gründen erklären. Doch warum gingen AMP so durch die Decke? Die Parse.ly-Analysten vermuten, dass Google das Format prominenter anzeigt - auch wenn der Konzern immer bestritten hat, das zu tun. Ebenso  dürfte aber zutreffen, dass die Technologie einfach stärker genutzt wird.

Grundsätzlich gilt: Der schnelle Aufbau mobiler Websites ist ein Mega-Thema für Publisher - sowohl bei Google als auch bei Facebook. ire
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