Google "Wir wollen den Fraudsters dieser Welt immer einen Schritt voraus sein"

Montag, 25. Januar 2016
2015 ging Google allein gegen 10.000 Websites vor, die gefälschte Ware verkaufen wollten
2015 ging Google allein gegen 10.000 Websites vor, die gefälschte Ware verkaufen wollten
Foto: Google
Themenseiten zu diesem Artikel:

Google Sridhar Ramaswamy Mozilla Scott Spencer Adblocker


Zwischen Gut und Böse lag im vergangenen Jahr 780 Millionen Mal Google. So oft hat der Suchmaschinenriese eingegriffen, wenn Online-Anzeigen gegen seine Werberichtlinien verstoßen haben. In dem aktuell erschienenen "Better Ads Report" berichtet Sridhar Ramaswamy, Senior Vice President für den Bereich Ads & Commerce, vom Kampf des Konzerns gegen schlechte Anzeigen.
Mehr als 1000 Mann stark ist das Team, das das Internetunternehmen 2015 gegen unerwünschte und betrügerische Anzeigen ins Feld geschickt hat. Und untätig war es nicht: So wurden mehr als 17 Millionen betrügerische Anzeigen, die eine Interaktion mit dem Nutzer suchen, blockiert, zudem fast 7000 Pishing-Websites gesperrt. Desweiteren schob Google 10.000 Websites und 18.000 Konten aufgrund von Verkaufsversuchen von gefälschten Waren den Riegel vor, außerdem mehr als 12,5 Millionen unerlaubten Anzeigen sowie weiteren 30.000 Homepages aus dem Gesundheits- und Medikamentenbereich. Geblockt sind fortan auch mehr als 10.000 Websites, die unerwünschte Software anboten. Insgesamt wurden laut Ramaswamy unerwünschte Downloads über Google-Anzeigen im vergangenen Jahr um fast 100 Prozent reduziert. Das Bemühen des Suchmaschinenkonzerns kommt nicht von ungefähr. Kaum ein anderes Thema hat die deutsche Digitalbranche im vergangenen Jahr so bewegt wie unmenschlicher Traffic (Fraud) und Adblocking. Bei technikaffinen Seiten belaufen sich die Raten von Letzterem schon auf 60 Prozent, seit November mischt auch Firefox-Browser von Mozilla mit seiner Tracking Protection im privaten Modus mit. Die Ursachen: in der Regel nervende und störende Anzeigen, die der Nutzer durch die Installation der Werbeblocker ausblenden will. Die Suche nach "better ads" hat sich deshalb auch Google längst auf die To-Do-Liste gesetzt, nicht zuletzt wohl auch deshalb, weil das Unternehmen gut 90 Prozent seiner Umsätze mit Werbung generiert. Anfang des Monats hatte Scott Spencer, Director Product Management Sustainable Advertising, im Interview mit HORIZONT bereits von der Sisyphusarbeit berichtet: "Grundsätzlich müssen wir auch deshalb einen neuen Standard in der Onlinewerbung finden, weil Adblocker nur nach Gut und Böse unterscheiden können. Wir sollten hierbei als Branche definieren, was die Unterschiede ausmachen. Aktuell versuchen auch wir, dieser Frage auf den Grund zu gehen."

Im Blogpost liefert Ramaswamy Beispiele, wie Google die Nutzererfahrung mit Onlinewerbung verbessern will. So kann der User mittlerweile mit einem Button Anzeigen stumm schalten oder bestimmte Werbungtreibende blockieren. Zudem arbeitet der Konzern an einer Technologie, die unabsichtliche Seitenaufrufe auf mobilen Geräten vermeiden hilft, und verzichtet mehr und mehr darauf, Werbung auf Pages zu zeigen, die nicht den Google-Richtlinien entsprechen. "Wir wollen sicherstellen, dass jede Werbung, die unsere Nutzer sehen, nützlich und willkommen ist", schreibt Google-Manager Ramaswamy. "Wir arbeiten daran, den Fraudsters dieser Welt immer einen Schritt voraus zu sein." kan
Meist gelesen
stats