Google So will der Suchriese an die mobilen Werbebudgets ran

Mittwoch, 14. September 2016
Google-Manager Sridhar Ramaswamy
Google-Manager Sridhar Ramaswamy
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Er ist weltweit einer der mächtigsten Männer der Onlinewerbung: Sridhar Ramaswamy, als Senior Vice President of Ads & Commerce der oberste Produktverantwortliche im Top-Management von Google, spricht bei der Dmexco über die Pläne des Suchmaschinenkonzerns für Mobile und stellt Produkte vor, mit denen Werbungtreibende ihre Kunden künftig besser im richtigen Moment mit den richtigen Angeboten erreichen können. Der konsequente Shift in Richtung Mobile ist bemerkenswert – und dürfte auch der wachsenden Konkurrenz von Facebook im Kampf um die Werbespendings auf Smartphone und Tablet geschuldet sein.

Für Ramaswamy, der vom Unternehmenssitz in Mountain View aus die Entwicklung und Gestaltung sämtlicher Werbeprodukte und –formate Googles verantwortet, handelt es sich bei der Smartphone-Revolution um die größte Umwälzung seit der Entstehung des Internets. Egal, wohin wir gehen, nach was wir suchen, ob wir ein Auto kaufen oder ein Hotel buchen wollen: Mobile Endgeräte sind, wohl nicht nur ihm zufolge, für die meisten Menschen zu unverzichtbaren Helfern im Alltag geworden. Besonderen Wert legt Google auf Apps; sie seien vor allem hinsichtlich der Wirksamkeit von Werbung ein immer wichtiger Touchpoint für Werbungtreibende und Konsumenten. Deshalb wirbt Ramaswamy damit, nicht nur die Anzahl der Installationen der App steigern zu können, sondern vor allem für mehr Interaktionen des Nutzers zu sorgen.

Die neuen Werbeformate von Google

Universal App Campaigns: Egal ob Google-Suche, Play-Store, Youtube oder das gesamte Display-Netzwerk: Über die nächste Generation der sogenannten Universal App Campaigns, die ab sofort global verfügbar sind, sollen Werbungtreibende und App-Anbieter von maschinell lernenden Algorithmen der Suchmaschine profitieren. Anzeigen werden in Echtzeit auf den jeweils passenden Nutzer zugeschnitten und optimiert; der Kunde muss nur einen Text, ein Startgebot und sein Budet einreichen. Das Vesprechen Googles: Durch permanentes Auswerten des Nutzerverhaltens soll das Engagement nach der Installation einer App entsprechend den Businesszielen erhöht werden.

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Das Beispiel Trivago: Das Düsseldorfer Unternehmen Trivago hat als eines der ersten die neue Version der Universal App Campaigns getestet, um die Hotelsuche per App noch erfolgreicher zu machen. Zugrunde lag die Vorstellung, dass Nutzer, die einen Trivago-Deal anklicken, mit höherer Wahrscheinlichkeit auch eine Übernachtung über die Plattform buchen sollten. Um diesen Zusammenhang zu etablieren, analysierte Google die Aktivitäten der Nutzer innerhalb der App und berechnete per Algorithmus einfache Zusammenhänge. Das Ergebnis: die Identifikation von Nutzern, die eine 20 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit zeigten, per Android- oder iOS-App zu buchen. 

Trueview for action: Die mobile Revolution betrifft Google-Manager Ramaswamy zufolge nicht nur den Umgang mit Apps, sondern auch mit Video. Das neue Format Trueview for action, das Google bis Ende des Jahres mit Werbungtreibenden auf Youtube testet, will die Zielgruppe ebenfalls zur Interaktion mit Unternehmen bewegen, indem es dem eigentlichen Werbevideo einen Call-to-Action hinzufügt. Hinweise wie „Jetzt buchen“ oder „Hier einen Beratungstermin vereinbaren“ sollen den Nutzer dabei auf seiner Customer Journey vor allen durch Branchen wie Tourismus, Automobil und Finanzen begleiten. Trueview for action ist nach Trueview for app promotion und Trueview for shopping das dritte Produkt, das die verkaufsfördernde Wirkung von Youtube-Werbung untermauern soll. kan 

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