Google-Manager Wieland Holfelder "Wenn Google nicht funktioniert, ist es Zeit, sich mit Fertiggerichten einzudecken"

Dienstag, 27. August 2013
Wieland Holfelder leitet von München aus die Entwicklung bei Google
Wieland Holfelder leitet von München aus die Entwicklung bei Google

Das sicherste Passwort der Welt besteht für Wieland Holfelder, Leiter Entwicklung bei Google Deutschland, bestenfalls aus einem Satz und einem Datum. So wird aus "Im Jahr 2013 feiert HORIZONT 30-jähriges Jubiläum" der Code IJ2013fH30jJ - wegen des Hintergrundes einprägsam für den Nutzer, für Fremde aber nahezu nicht zu knacken. Holfelder muss es wissen: Sicherheit hat im Münchner Google-Büro oberste Priorität. In der bayrischen Hauptstadt befindet sich das deutsche Entwicklungszentrum des Internet-Konzerns, in dem Holfelder und seine Kollegen Themen wie Google Chrome und Google News beackern. Es gibt wohl keine anspruchsvolleren Kunden als die eigenen Entwickler. Wenn da mal etwas nicht läuft, steht gleich der ganze Entwicklungsapparat von Google still, und das können wir uns natürlich nicht leisten", sagt Holfelder. Die meisten Nutzer würden schließlich ihre Netzwerkverbindung testen, indem sie auf die Google-Startseite klicken und warten, was passiert. "Wenn Google.com nicht funktioniert, dann ist es Zeit, sich mit Fertiggerichten einzudecken, denn dann ist etwas richtig Schlimmes passiert."

Google im Gespräch

HORIZONT hat einen Blick hinter die Kulissen des Internetgiganten Google geworfen und dabei nicht nur mit Schaumstoff gefüllte Konferenzpools entdeckt, sondern auch mit mehreren Managern gesprochen: Brandingchef Thomas de Buhr, Personalleiter Frank Kohl-Boas, Head of New Product Jens Redmer und Entwicklungschef Wieland Holfelder.

Eine ausführliche Reportage über Google Deutschland lesen Sie in HORIZONT 34/2013

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Solange alles reibungslos läuft im Geschäft mit den Daten, ist deren Schutz das zentrale Thema. Schon 2008, als die Münchner in ihr Büro in der Nähe des Marienplatzes gezogen sind, wollte Google ein Zeichen setzen und proaktiv Tools zur Verfügung stellen, damit die Nutzer ihre Privatsphäre-Einstellungen kennen und verändern können. Doch seit dem Skandal um NSA und das Geheimdienstprogramm Prism gibt es auch für Google neuen Kommunikationsbedarf. Die komplette Architektur des Internets sei in Gefahr, lässt Entwicklungschef Holfelder anklingen, Menschen müssten schließlich Daten austauschen.

Deshalb arbeiten in München rund 200 Googler, wie sich die Mitarbeiter des Suchmaschinengiganten nennen, daran, sich das Vertrauen der Nutzer mit größtmöglicher Transparenz jeden Tag neu zu erarbeiten. Und sie auf die Zukunft vorzubereiten. Denn laut Holfelder verläuft die Technologieentwicklung exponentiell: "In den nächsten dreieinhalb Jahren wird sich so viel verändern wie in den letzten zehn Jahren." kl
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