Google-Manager Gerrit Rabenstein "Das Thema Digital-Abos für Verlage ist für uns sicher kein Profitgeschäft"

Mittwoch, 25. Oktober 2017
Gerrit Rabenstein verantwortet die Digital News Initiative und koordiniert seitens Google die Zusammenarbeit mit den Verlagen
Gerrit Rabenstein verantwortet die Digital News Initiative und koordiniert seitens Google die Zusammenarbeit mit den Verlagen
© Google

Für die einen ist es nur das Schwerpunktthema der mittlerweile vierten Runde von Googles Digital News Initiative (DNI), für die anderen ist es ein Lichtblick in der digitalen Welt: Wie Gerrit Rabenstein, Leiter der DNI für die DACH-Region, bei den Medientagen München ankündigt, wird der Internetkonzern in der Auswahl seiner neuen Förderprojekte explizit auf Ideen zum Thema Monetarisierung achten.
Schon jetzt hätten sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz mehr als 20 Prozent der insgesamt 3000 Projektbewerbungen mit dem Thema beschäftigt, sagt Rabenstein am Dienstag in einem Pressegespräch. Doch neue innovative Ideen sind nur das eine, funktionierende Geschäftsmodelle das andere. Um Verlagen gerade Letztere zu ermöglichen, geht Google weiter aktiv auf klassische Medienhäuser zu. Nach der Abschaffung des „First Click Free“-Modells, das das kostenlose Lesen von eigentlich bezahlpflichtigen Inhalten mittels Google-Suche ermöglicht hat, bestätigt der DNI-Chef Rabenstein in München die Pläne, Publishern auch beim Kampf um neue Abonnenten helfen zu wollen. Dabei müsse es sowohl um die prominente Anzeige von Bezahlinhalten in der Google-Suche und den Bezahlprozess gehen als auch darum, welche Inhalte Abonnenten angezeigt werden und wie zufällige zu dauerhaften (und bezahlenden) Lesern gemacht werden könnten. "Das klingt noch etwas chaotisch und das ist es im Moment auch. Aber wir befinden uns in einem regen Austausch." Konkretere Informationen werde es Anfang 2018 geben, sagt Rabenstein.

Fest steht bislang: Im Gespräch ist Google „mit allen großen nationalen Tageszeitungen in Europa, die sich mit Paid Content beschäftigen“, und auch der Revenue Share für Google solle deutlich niedriger ausfallen als beispielsweise bei Google Adsense, wo der Konzern bis zu 30 Prozent der Umsätze einbehält. Rabenstein: „Das Thema Digital-Abos für Verlage ist für uns sicher kein Profitgeschäft.“

Bewegtbildgipfel 2017:

Um TV-Vermarktung, Content-Produktion, Mediennutzung, Programmatic Creation, Streaming-Dienste, Reichweiten, Influencer Marketing und die künftige Verteilung der Werbespendings geht es auch beim Bewegtbildgipfel 2017, den HORIZONT am 21. und 22. November in Düsseldorf ausrichtet. Mehr Informationen und Tickets gibt es hier

Mit "DNIengage", kurz "DNIe" kündigt Rabenstein zudem den Start einer neuen Eventreihe an, mit der der Suchmaschinenkonzern den Austausch und die Zusammenarbeit von Verlagen und Medienunternehmen unterstützen will. Google springt den DNI-Teilnehmern dabei vor allem logistisch zur Seite, angefangen von der Bereitstellung von Räumlichkeiten und technologischer Infrastruktur über die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Akteuren bis hin zu kleineren Finanzspritzen. Die inhaltliche Gestaltung sei frei, allerdings müsse sich das Thema um die Schwerpunkte Technologie und Journalismus drehen. Das erste DNIe-Event veranstaltet am 1. Dezember das Tech-Portal Golem.de zum Thema "Fail-Safe: Lessons learnt from innovating news" in Berlin. kan
Meist gelesen
stats