Google Adwords-Reform sorgt für sinkende Desktop-Werbepreise

Mittwoch, 27. April 2016
Intelliad hat die Preise von Adwords-Anzeigen untersucht
Intelliad hat die Preise von Adwords-Anzeigen untersucht
Foto: Laurentiu Iordache / Colourbox
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Google Intelliad Anzeigenplatz


Als Google zu Beginn des Jahres die Adwords-Anzeigen in den Suchergebnissen neu sortierte, rechneten aufgrund der Verknappung von Anzeigenplätzen nicht wenige mit steigenden Costs per Click (CPC). Eine Studie der Performance-Marketing-Agentur Intelliad sorgt nun, knapp zwei Monate später, für eine Überraschung: Die CPCs sind nicht gestiegen, im Gegenteil - sie sind im Durchschnitt sogar deutlich gesunken.
Durch die Adwords-Reform fielen die Anzeigen in der rechten Spalte komplett weg, dafür führte Google einen vierten Anzeigenplatz am oberen Ende der Suchergebnisse ein. Hinzu kamen bis zu drei Anzeigen unter den Suchergebnissen. Am rechten Rand sind nun nur noch so genannte Product Listing Ads und der Knowledge Graph - ein Kasten, der zusätzliche Informationen zum gesuchten Begriff bietet - zu sehen. Für die Untersuchung hat Intelliad branchenübergreifend rund 5,5 Millionen Anzeigenklicks bei Google auf Desktop-Rechnern vor und nach der Umstellung der Adwords-Plätze ausgewertet. Das Ergebnis: Der Durchschnitts-CPC ist für alle Platzierungen gesunken. Die Klickkosten für die Top-3-Positionen nahmen demnach um vier Prozent ab, im Gesamtdurchschnitt sogar um sechs Prozent.

"Entgegen der gängigen Erwartungen hat sich die Konkurrenzsituation für Werbetreibende offenbar sogar etwas entschärft", kommentiert Intelliad-CEO Frank Rauchfuß. Besonders die Einführung der so genannten Bottom-Ads trug offenbar dazu bei. Sie erwiesen sich der Studie zufolge als besonders klickstark ziehen viermal so viel Traffic wie die bisherigen Anzeigen in der rechten Spalte. Die Platzierung "Bottom 1" habe sogar bessere Klickwerte erzielt als die "Top 2"-Position. 
 Die Auswirkungen der Adwords-Reform auf die Klickpreise
Die Auswirkungen der Adwords-Reform auf die Klickpreise (Bild: Intelliad)
"Die guten Klickraten der Bottom-Ads eröffnen für Werbetreibende wichtige Alternativen", so Rauchfuß. "Auf den Positionen zwei bis sieben lassen sich mit intelligenten Bietstrategien oft günstigere CPCs erzielen und trotzdem signifikanter Traffic abgreifen. Das Trafficmonopol von Seite eins hat sich durch die Adwords-Reform allerdings weiter verstärkt."

Für Werbungtreibende bedeute dies, nicht nur auf die Top-Positionen in der Google-Suche zu bieten, rät der Intelliad-Chef. Darüber hinaus sei Flexibilität gefragt: Erfolgreiche Bietstrategien müssten immer wieder agil angepasst werden, so Rauchfuß. Wer Shopping-Kampagnen fahre, sollte außerdem Product Listing Ads in seinen Budgetplan integrieren. Generell sollten Google-Kunden Suchmaschinenmarketing (SEA) und Search Engine Optimization (SEO) aufeinander abstimmen: "Jeder SEO-Klick spart Ihnen schließlich bares Geld." ire
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