Goldbach und IP kooperieren Goldbach-Manager Duphorn: "Langfristige Bindung ist uns sehr wichtig"

Donnerstag, 04. Mai 2017
Goldbach-Media-CEO Alexander Duphorn
Goldbach-Media-CEO Alexander Duphorn
© Goldbach

Die Verbindung zwischen der Goldbach Group und der Mediengruppe RTL Deutschland wird noch enger. RTL-Vermarkter IP Deutschland, Köln, beteiligt sich auch an der Goldbach-Tochter Goldbach Audience, dem Multiscreen-Vermarkter des Schweizer Medienunternehmens mit Sitz in Küstnacht. Parallel dazu wird auch der Vertrag mit der Goldbach-Tochter Goldbach Media und der IP über die exklusive TV-Vermarktung der Schweizer Werbefenster verlängert. Die Goldbach-Manager Alexander Duphorn und Stefan Wagner erläutern die Hintergründe für den jüngsten Deal mit dem RTL-Vermarkter IP Deutschland.

Für Goldbach-Media-CEO Alexander Duphorn sind die beiden Deals ein großer Erfolg. "Eine langfristige Bindung an den wichtigsten privaten TV-Player in der Schweiz ist uns sehr wichtig." Auch Stefan Wagner, Chef von Goldbach Audience (GBA), ist zufrieden. "Die GBA kann langfristig mit den hochwertigen TV-Content-Umfeldern der IP Deutschland planen. Dies stützt die Strategie der Vermarktung, sich sehr stark auf Brand Safety, Anti--Ad-Fraud-Traffic und Viewability auszurichten." Goldbach erhält durch die Beteiligung auch Zugriff auf Tools und Erfahrungen, die die Kölner in Deutschland im Digitalbereich machen.

IP ist bereits mit jeweils 23 Prozent an der Goldbach Media sowie am Radiovermarkter Swiss Radio World beteiligt. Auch der deutsche Konkurrent Seven-One Media (Pro Sieben Sat 1) hält Anteile in derselben Höhe an Goldbach Media und Swiss Radio World. Das wirft die Frage auf, ob auch die Unterföhringer bei Goldbachs Digitalvermarkter einsteigen werden. Duphorn gibt sich offen: "Vielleicht ergibt sich die Chance für Goldbach, die Seven-One auch als exklusiven Partner zu gewinnen." Derzeit vermarktet Seven-One ihr Inventar in der Schweiz selbst. Den Vertrag zur TV-Vermarktung hatte das Unternehmen mit Goldbach Media erst 2016 verlängert.

Würde auch die Seven-One im Digitalgeschäft auf Goldbach setzen, würde das die Position von Goldbach weiter verbessern. Das Unternehmen sieht sich zum einen dem 2016 gestarteten Verbund Admeira gegenüber, der nicht mit Kampfansagen in Richtung Küsnacht spart und Goldbach sowohl Partner als auch Marktanteile abjagen will. Admeira ist der gemeinsame Werbevermarkter der öffentlich-rechtlichen SRG, Swisscom und des Verlagshauses Ringier. Mit dem Konkurrenten Tamedia konnte Goldbach Audience im Februar bei der Vermarktung des Videoinventars dagegen eine exklusive Partnerschaft verkünden, bleibt in anderen Bereichen aber ein Wettbewerber.

Goldbach-Audience-Chef Stefan Wagner
Goldbach-Audience-Chef Stefan Wagner (Bild: Goldbach)
Aber Goldbach muss sich nicht nur gegenüber Konkurrenten aus der klassischen Welt positionieren, sondern auch gegen Google und Facebook, die auch in der Schweiz stark wachsen. Ein möglichst großer Verbund nationaler Player wäre eine Antwort darauf. "Man muss sich konzentriert in einem Netzwerk aufstellen", glaubt Duphorn.

Goldbach hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 495 Millionen Franken gemacht, umgerechnet fast 460 Millionen Euro. Der Großteil kommt mit circa 447 Millionen Franken aus dem Schweizer Werbegeschäft. In Deutschland hat das Unternehmen 2016 rund 8,1 Millionen Franken erwirtschaftet, schrieb allerdings noch 1,2 Millionen Franken Verlust. Für das 2. Halbjahr 2016 konnte Goldbach Germany allerdings den Break-Even vermelden. Aus Sicht von Konzernsprecher Jürg Bachmann ist Deutschland damit auf einem guten Weg. Hierzulande vermarktet das Unternehmen kleinere TV-Sender wie Sony TV, Welt der Wunder und den Auto Motor Sport Channel sowie digitale Out-of-home-Flächen, Smart-TV und Onlinevideo. An der operativen Spitze stehen seit dem Weggang von Willibald Müller zur AGF Arbeitsgemeinschaft Videoforschung die Manager Robert Stahl und Frank Möbius. pap

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