"Global Trust Report 2017" Vertrauen in Medien nimmt weiter ab

Mittwoch, 15. März 2017
Nur knapp jeder Zweite vertraut Zeitungen
Nur knapp jeder Zweite vertraut Zeitungen
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GfK Polizei Bundeswehr


Das Vertrauen in die Medien hat hierzulande wieder leicht abgenommen. Nur noch 45 Prozent der Deutschen vertrauen Medien wie TV- und Radiosendern sowie Zeitungen "voll" oder "ganz/überwiegend". Das zeigt der aktuelle „Global Trust Report 2017“, eine Studie des GfK Vereins, die in 25 Ländern das Vertrauen in Institutionen und Branchen ermittelt.
Zwar war der Wert 2013 schon schlechter (damals waren es nur 43 Prozent), aber im Vergleich zu 2015 liegt damit ein Rückgang des Vertrauens in die Medien um 2 Prozent vor. Besonders ernüchternd ist dieses Ergebnis, werden die anderen abgefragten Institutionen mitbetrachtet. Nur zwei weitere Institutionen neben den Medien - nämlich die Regierung und politische Parteien - müssen einen Rückgang verkraften. Alle anderen Institutionen können dagegen zulegen. 

Vertrauen in Institutionen (2017)

Quelle: GfK Verein
Spitzenreiter ist die Polizei. Mit 85 Prozent wird ihr unter den abgefragten Institutionen am meisten Vertrauen entgegen gebracht. Hinzu kommt, dass das Vertrauen in die Ordnungshüter seit der letzten Befragung um fünf Prozent gestiegen ist und noch nie zuvor so hoch war. Auch gegenüber der Verwaltung, Ämtern und Behörden und der Kirche wuchs das Vertrauen um fünf Prozent an.

Vertrauen in Institutionen (2015)

Quelle: GfK Verein
Am größten jedoch ist der Vertrauenszuwachs gegenüber der Bundeswehr. Gleich um 9 Prozent stieg die Zahl jener an, die angaben, dass sie der Bundeswehr "voll" oder "ganz/überwiegend" vertrauen. Deutschland ist hier kein Einzelfall: In elf der 25 untersuchten Länder wird das Militär sogar als vertrauenswürdigste Institution wahrgenommen. Keine Überraschung gab es am Ende des Rankings. Wie in den Jahren zuvor sind es die politischen Parteien, die mit 18 Prozent das Schlusslicht bilden.

Neben Institutionen wurde auch das Vertrauen in Wirtschaftsbereiche abgefragt. Neu in die Befragung aufgenommen wurden Bekleidungs- und Schuhhersteller, Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Spielzeughersteller. Vor allem die beiden erstgenannten kommen mit 74 und 70 Prozent gleich auf hohe Werte.

Spitzenreiter ist unter den Wirtschaftsbereichen jedoch das Handwerk. In diesen Bereich vertrauen unverändert 85 Prozent der Befragten. Den größten Zuwachs aber verbucht die Lebenmittelbranche mit elf Prozent. Dies wird damit in Zusammenhang gebracht, dass die Deutschen wieder mehr Wert auf Qualität und Bioprodukte legen. Auch die Energie- und Wasserversorger gewinnen 8 Prozent hinzu. Seit 2013 ist hier ein Positivtrend und mittlerweile ein Plus von fast 20 Prozentpunkten zu beobachten.

Den größten Vertrauensverlust hingegen muss die Autoindustrie hinnehmen: 17 Prozent weniger als noch 2015 vertrauen ihr "voll" oder "ganz/überwiegend", womit sie nur noch auf 53 Prozent kommt. Zurückgeführt wird dies "größtenteils" auf den Abgasskandal.

Alle Ergebnisse stammen aus dem aktuellen "Global Trust Report 2017“ des GfK Vereins. Insgesamt basiert die Studie lauf GfK auf rund 28.000 Verbraucherinterviews, die im September bis November 2016 in insgesamt 25 Ländern durchgeführt wurden. Davon ausgenommen sind jene in Indien, Indonesien, Iran und den Philippinen sowie der Schweiz. Sie wurden von Januar bis März 2016 bzw. im August 2016 geführt. Abgefragt wird insgesamt das Vertrauen in zwölf Institutionen, in 14 Branchen und in die Mitmenschen allgemein mittels einer Skala, die von „vertraue ich voll und ganz“, „vertraue ich überwiegend“, „vertraue ich weniger“, „vertraue ich überhaupt nicht“ reicht. Beleuchtet wurden hier nur die Resultate aus Deutschland. hor
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