Glaubwürdigkeit, Fake News, Unabhängigkeit Das sind die größten Herausforderungen für Journalisten

Donnerstag, 29. Juni 2017
Neben den Herausforderungen zeigt die Umfrage, wie Journalisten mit Social Media umgehen
Neben den Herausforderungen zeigt die Umfrage, wie Journalisten mit Social Media umgehen
Foto: Colourbox

Die größten Herausforderungen für Journalisten sind Glaubwürdigkeit, Fake News und Unabhängigkeit. Das ergab eine Umfrage der dpa-Tochter News aktuell mit der PR-Agentur Faktenkontor unter mehr als 1.700 Journalisten. Die Umfrage zeigt auch, wie Journalisten mit Social Media umgehen und wie es um ihr Verhältnis zu Pressesprechern bestellt ist.
Die Aufrechterhaltung der Glaubwürdigkeit sehen die befragten Journalisten als ihre größte Herausforderung an. So geben 57 Prozent in der Umfrage an, dass sie sich darüber Sorgen machen, dass Menschen den Medien nicht mehr vertrauen. 58 Prozent befürchten sogar, dass das Vertrauen der Menschen in die Medien bereits in den letzten 12 Monaten abgenommen hat.
Die drei größten Herausforderungen für Journalisten: Glaubwürdigkeit, Fake News, Unabhängigkeit
Die drei größten Herausforderungen für Journalisten: Glaubwürdigkeit, Fake News, Unabhängigkeit (Bild: News aktuell/ Faktenkontor)
Auch Fake News und die Frage nach der Unabhängigkeit der Medien treibt den Journalisten Sorgenfalten auf die Stirn - denn sie beeinflussen die eigene Glaubwürdigkeit. So geben jeweils 29 Prozent der Befragten an, dass gezielte falsche Informationen und eine Beeinflussung von außen die Glaubwürdigkeit und Souveränität der Medien verringern. Außerdem sehen sie sich gezwungen, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie Medien in Zukunft ihr Geld verdienen und welche digitalen Geschäftsmodelle Erfolg versprechen. Das gibt immerhin etwa jeder Vierte an (22 Prozent).

Soziale Medien haben inzwischen einen großen Einfluss auf die journalistische Arbeit. Laut der Studie nutzt mehr als die Hälfte der Befragten die sozialen Netzwerke als Recherchequelle (55 Prozent). Vor allem greifen sie auf Facebook (68 Prozent), Twitter (51 Prozent) oder Youtube (45 Prozent) zu.

Zudem veröffentlicht oder teasert jeder Zweite auf Facebook und Co. seine Artikel an. Genau so viele der Befragten verwenden soziale Medien dafür, andere Medien, Ereignisse oder Personen zu beobachten. Vor allem haben Journalisten offenbar ein Auge auf ihre Mitstreiter: Fast die Hälfte der Befragten gibt an, am stärksten andere Journalisten im Social Web zu beobachten (49 Prozent).
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Bild: Prophet

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Die Motivation, Social Media zu nutzen, liegt für 32 Prozent der Journalisten im Austausch mit unterschiedlichen Zielgruppen. Ziel ist es, die Leserbindung zu erhöhen: Das sagen 62 Prozent. Trotzdem ersetzen Mails und Chats über soziale Netzwerke nicht das persönliche Gespräch - dieses ist für 58 Prozent immer noch das wichtigste Informationsmittel, das Unternehmen anbieten können. Für 9 Prozent spielt Social Media im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle, sie verzichten darauf.

Das Verhältnis zwischen PRlern und Journalisten war ebenfalls Thema der Befragung. Dabei ging es unter anderem darum, was Journalisten an Unternehmenssprechern nervt. Ergebnis: 51 Prozent der Befragten nervt es am meisten, wenn ihre Anfragen unbeantwortet bleiben. Auch PR-Sprache und Schönreden heißen die Befragten nicht gut, 45 Prozent wollen lieber Fakten hören. Das gleiche erwarten sie auch von der Person, die dahinter steckt: 43 Prozent möchten sich nicht mit einem unauthentischen und unehrlichen Pressesprechern unterhalten.

Immerhin 40 Prozent der Journalisten kritisieren zudem unprofessionelles PR-Material. Dabei fällt offenbar ins Gewicht, welche Position ein Journalist besetzt: Von den Redakteuren stören sich 35 Prozent an schlechten Pressemitteilungen, bei den Chefredakteuren ist sogar jeder zweite davon genervt (51 Prozent). bre
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