GfK-Studie Wie es um das Vertrauen in Medien bestellt ist

Freitag, 21. Oktober 2016
Nicht jeder glaubt das, was in der Zeitung steht
Nicht jeder glaubt das, was in der Zeitung steht
© Colourbox

Haben die deutschen Medien auch jenseits der "Lügenpresse"-Skandierer ein Imageproblem? Glaubt man der GfK, dann muss diese Frage wohl mit "Ja" beantwortet werden. Laut dem Nürnberger Marktforschungsunternehmen vertraut nur jeder zweite Deutsche Zeitungen, TV-Sendern und Onlineportalen. Die Sicht der Medienschaffenden auf ihre Branche fällt aber deutlich positiver aus, wie jetzt eine aktuelle Sonderauswertung der GfK zeigt.
Die Analysen der GfK zum Vertrauen in Medien geben durchaus zu denken. Laut den Zahlen, die der Marktforscher bereits mit seinem „Global Trust Report“ veröffentlichte, vertrauen nur 50 Prozent der Deutschen Verlagen, TV-Sendern, Onlinemedien und Co. Die Branche "Information & Medien" schneidet damit im direkten Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen eher schlecht ab. So landen die Anbieter von Unterhaltungselektronik und Hausgeräten sowie Fluggesellschaften mit Werten von jeweils 74 Prozent im Vertrauensranking ganz vorn. Auch die Ergebnisse der Automobilbranche (70 Prozent), des Groß- und Einzelhandels (69 Prozent) sowie der Energie- und Wasserversorger (61 Prozent) können sich sehen lassen. Schlechtere Noten als die Medien bekommen nur die Banken und Versicherungen: Hier liegt der Vertrauenswert in der Bevölkerung bei gerade einmal 40 Prozent.  Ein deutlich anderes Bild zeigt sich beim Vertrauen, das Mitarbeiter in ihre eigene Branche haben. Wie aus einer aktuellen GfK-Erhebung hervorgeht, brauchen die Medien hier den Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen nicht zu scheuen. Zwar gibt es bei einem Vertrauenswert von 60 Prozent durchaus noch Luft nach oben. Dennoch schneiden nur zwei Branchen besser ab - nämlich die Hersteller von Unterhaltungselektronik und Hausgeräten mit 86 Prozent und die chemische Industrie mit 62 Prozent. Banken und Versicherungen (50 Prozent), Autobauer (56 Prozent) und Energie- und Wasserversorger (55 Prozent) werden von ihren Mitarbeitern deutlich kritischer gesehen - ebenso wie die Groß- und Einzelhändler (54 Prozent) und Airlines (53 Prozent).

Dass die Mitarbeiter ihre Branche teils deutlich anders bewerten als die Bevölkerung ist aus Sicht von Ingrid Feinstein, Leiterin der Mitarbeiterforschung bei GfK, keine Überraschung. „Die Meinung der Mitarbeiter zum Thema Vertrauen basiert auf oftmals langjährigen Erfahrungen in einer bestimmten Branche. Im Gegensatz dazu entstehen die Meinungen von Außenstehenden eher durch sporadische Kontakte. Nichtsdestotrotz ist eine solide Vertrauenskultur ein wichtiger Erfolgsfaktor. Unternehmen müssen beides im Blick haben, um auch langfristig bestehen zu können", sagt Feinstein. mas
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