German Entertainment & Media Outlook Digitale Medien wachsen, analoge Umsätze stagnieren

Mittwoch, 25. Oktober 2017
PwC prognostiziert der Medienbranche insgesamt ein robustes Wachstum
PwC prognostiziert der Medienbranche insgesamt ein robustes Wachstum
© PwC

Die deutsche Medien- und Unterhaltungsbranche wächst. Allerdings sorgen fast ausschließlich digitale Medien für den steigenden Umsatz, während das Wachstum analoger Medien stagniert - mit einer Ausnahme: Das Fernsehen kann seine Werbeerlöse auch im digitalen Zeitalter weiter ausbauen. Das geht aus dem German Entertainment & Media Outlook der Unternehmensberatung PwC hervor. 
Die Medienexperten von PwC prognostizieren für die kommenden Jahre ein jährliches Wachstum der digitalen Erträge um durchschnittlich 5,8 Prozent bis 2021. Mit einem Umsatz von dann 36,7 Milliarden Euro würde der Anteil der digitalen Erlöse von aktuell 36 Prozent auf dann 43 Prozent steigen. Getrieben wird das Wachstum nach wie vor von der boomenden Onlinewerbung, die nach Meinung von PwC auch in den kommenden Jahren um jährlich 5,6 Prozent wächst und bis 2021 ein Volumen von rund 8,7 Milliarden Euro erreichen wird.  Aber auch einzelne traditionelle Mediengattungen profitieren von der Digitalisierung. So verzeichnete der Buchmarkt 2016 nach Jahren sinkender Erlöse durch steigende E-Book-Verkäufe (+11,6 Prozent) unter dem Strich wieder ein leichtes Wachstum um 1 Prozent auf insgesamt 9,3 Milliarden Euro.

Auch die digitalen Umsätze der Zeitungen wachsen bis 2021 um das 1,7-fache. Die Zahl der verkauften E-Paper übersprang im 4. Quartal 2016 mit 1,1 Millionen Exemplaren pro Tag erstmals die Millionengrenze - ein Plus von 21,4 Prozent. Allerdings reichen die Zuwächse im digitalen Vertrieb bei den Zeitungen nicht aus, um die Verluste im klassischen Geschäft wettzumachen. PwC geht daher von einem jährlichen Umsatzverlust von 0,7 Prozent aus. Für den Zeitschriftenmarkt rechnet das Unternehmen sogar mit einem jährlichen Umsatzminus von 1,6 Prozent.

Für den Radiomarkt geht PwC dagegen von einem Wachstum um 1,7 Prozent pro Jahr aus - unter anderem wegen wachsender Onlinewerbeerlöse, aber auch, weil PwC für 2021 mit steigenden Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag rechnet und diese zu den Gesamterlösen der Radiobranche hinzuzählt. 

Als einzige Gattung kann in den kommenden Jahren das Fernsehen auch seine klassischen Erlöse ausbauen. Die Werbeeinnahmen werden nach Einschätzung der Unternehmensberatung in den kommenden fünf Jahren um 441 Millionen Euro auf 4,8 Milliarden Euro steigen. 

"Unser Langzeitvergleich der Erlösstrukturen fördert zwei zentrale Erkenntnisse zutage", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC in Deutschland. "Zum einen wächst die deutsche Medien- und Unterhaltungsindustrie insgesamt stärker als es in der öffentlichen Diskussion oftmals den Anschein hat. So stieg der Umsatz in der Branche 2016 um 2,7 Prozent. Bis 2021 rechnen wir mit einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 2,4 Prozent. Zum zweiten sind die Auswirkungen der Digitalisierung so gewaltig, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die digitalen Erlöse erstmals die analog generierten Einnahmen übertreffen werden." dh
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