"Geo" als Testlauf Auch G+J sperrt Adblocker-Nutzer aus

Donnerstag, 22. Oktober 2015
Nutzer von Adblockern werden jetzt auch auf Geo.de ausgesperrt
Nutzer von Adblockern werden jetzt auch auf Geo.de ausgesperrt
Foto: Screenshot Geo.de

Nach Axel Springers konsequenter Aussperrung von Adblocker-Nutzern und Bezahlversion-Verweigerern auf seinem Portal Bild.de wagt sich als nächster großer Verlag nun Gruner + Jahr aus der Deckung.
Ab sofort stellen die Hamburger die Nutzer von Geo.de ebenso strikt wie Bild.de vor die Wahl, entweder den Adblocker zu deaktivieren oder eine werbefreie Pay-Version zu nutzen – oder sperren ansonsten die Inhalte. Allein die Homepage bleibt frei zugänglich, als Marketing-Plattform für "Geo"-Abos und den Shop. Nur das Bezahlverfahren sieht etwas anders aus als bei Bild.de: Partner bei Geo.de ist der Payment Anbieter Laterpay.  Ziel der Aktion sei es, die Umwandlungsrate von Adblock-Nutzern zu Nicht-Nutzern zu testen, heißt es im Verlag. Außerdem wolle man das Bewusstsein der Adblock-Nutzer schärfen und Verständnis dafür schaffen, dass für den Nutzer journalistisch aufwendige, kostenlose Angebote im Internet nur durch Werbefinanzierung möglich seien. Wer Werbung weiter blocken will, hat die Wahl zwischen einem "Tagespass" (99 Cent) und einem "Wochenpass" (4,99 Euro).

Nach diesem Testlauf bei Geo.de soll das Modell auf alle weiteren G+J-Portale ausgeweitet werden, auch auf Stern.de. Hier blockieren – ähnlich wie bei Bild.de – rund ein Viertel aller Surfer die Werbung; diese Teilreichweite ist damit nicht vermarktbar.
"Bild" will Adblocker-Nutzer künftig aussperren
Bild: Axel Springer

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Die meisten übrigen Verlage begrüßen den Bild.de-Vorstoß mehr oder weniger deutlich – und sei es nur deshalb, weil sie hoffen, als Zuschauer ohne eigenen Schaden und ohne den Spott der Gratis-ideologischen Netzgemeinde für sich Erkenntnisse zu gewinnen. "Es ist immer gut, durch Experimente herauszufinden, wie weit Nutzer gehen", sagt etwa Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de (Blockierquote: bis zu 30 Prozent). Spiegel Online prüft nun ähnliche Schritte und ist auch bereits mit möglichen Technologiepartnern im Gespräch. rp

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