Gehälter Was die BBC ihren Top-Moderatoren zahlt

Mittwoch, 19. Juli 2017
Chris Evans ist der Top-Verdiener
Chris Evans ist der Top-Verdiener
Foto: BBC
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Die Gehälter, die öffentlich-rechtliche Sender prominenten Moderatoren zahlen, sind ein heikles Thema. Als vor einem Jahr über die angeblichen "Millionengehälter" spekuliert wurde, die ARD und ZDF ihren Fußball-Experten Mehmet Scholl und Oliver Kahn zahlen sollen, wurde dies umgehend dementiert. Dass dies so hohe Wellen schlagen konnte hat aber auch damit zu tun, dass ARD und ZDF zu den Honoraren eben keine Angaben machen. Die britische BBC hat sich nun für einen anderen Weg entschieden.
Die BBC hat am Mittwoch erstmals die Gehälter ihrer Top-Moderatoren in Radio und Fernsehen veröffentlicht. Demnach verdienen 96 Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Großbritannien mehr als 150.000 Britische Pfund (knapp 170.000 Euro) im Jahr. Für Kritik sorgte, dass Zweidrittel derjenigen, die bei der BBC am meisten verdienen, Männer sind. Auch Menschen mit Migrationshintergrund schneiden verhältnismäßig schlecht ab, wie aus dem BBC-Jahresbericht hervorgeht. Das höchste Gehalt bei der BBC bezieht demnach der TV-Moderator Chris Evans: Er bekam im vergangenen Jahr ein Gehalt von umgerechnet rund 2,5 Millionen Euro. Der ehemalige Fußballstar und Sportmoderator Gary Lineker verdiente umgerechnet rund 2 Millonen Euro.

Die am besten verdienende Frau bei der BBC ist die TV-Moderatorin Claudia Winkleman - sie erhält ein jährliches Salär zwischen umgerechnet rund 509.000 und 565.000 Euro. Unter den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund liegen die Spitzenverdiener bei einem Gehalt zwischen umgerechnet 280.000 und 340.000 Euro.

BBC-Generaldirektor Tony Hall sagte einem Bericht der Rundfunkanstalt zufolge, in Sachen Gleichberechtigung zwischen Geschlechtern mit Blick auf Minderheiten gebe es "noch zu tun".

„Die BBC existiert nicht in einem Marktumfeld, in dem sie die Preise bestimmen kann.“
Tony Hall
Tony Hall baut die BBC um
Tony Hall baut die BBC um (Bild: BBC)
Die hohen Gehälter für die BBC-Moderatoren verteidigte Hall. "Die große Mehrheit der Öffentlichkeit will, dass die BBC versucht, die besten Talente für ihre Programme zu haben. Die BBC existiert nicht in einem Marktumfeld, in dem sie die Preise bestimmen kann", sagte der BBC-Generaldirektor einer Mitteilung zufolge. Die BBC erreicht eigenen Angaben zufolge jede Woche weltweit ein Publikum von 372 Millionen Menschen.

In Deutschland haben die öffentlich-rechtlichen Sender noch keine Gehaltsliste für sämtliche Moderatoren veröffentlicht. "Die neuen Veröffentlichungen der BBC gehen auf eine gesetzliche Vorgabe der Regierung zurück", teilte die ARD am Mittwoch auf Anfrage mit. "Was die ARD aus rechtlicher Perspektive darf und muss, stellt Professor Kirchhof in dem angekündigten Gutachten noch in diesem Jahr vor." Die ARD sei bereits in weiten Teilen transparent und veröffentliche viele Zahlen bei ARD.de sowie auf den Seiten der Landesrundfunkanstalten. "Und es werden kontinuierlich mehr." mas/dpa
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