Gastautoren Huffington Post vermeldet 2000 Blogger

Montag, 19. Januar 2015
HuffPo-Chefredakteur Sebastian Matthes
HuffPo-Chefredakteur Sebastian Matthes
Foto: Huffington Post Deutschland

Blogger und prominente Gastautoren sind ein Markenzeichen der Huffington Post. In Deutschland hat das Portal nun die Marke von 2000 Autoren geknackt, darunter Bundesminister, Wirtschaftsbosse, Wissenschaftler und Prominente jeglicher Art.

 
"Die Zahl der Blogger ist in Deutschland viel schneller gewachsen, als anfangs gedacht. Darauf sind wir sehr stolz", sagt Herausgeber Cherno Jobatey gegenüber HORIZONT Online. Zu den bekanntesten Bloggern des Portals gehören Gastautoren wie TV-Koch Tim Mälzer, die Bundesminister Frank-Walter Steinmeier, Heiko Maas und Christian Schmidt, SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der ehemalige Telekom-Chef René Obermann und DFB-Manager Oliver Bierhoff. Dazu kommen Hunderte weitere Bloggern, die meist über spezielle Themenbereiche schreiben. Als 2000. Blogger konnte die Huffington Post Mitte Januar den Schlafexperte Prof. Winfried Randerath begrüßen.

Zusammen steuern die Gastautoren rund 20 Prozent des Traffics der Huffington Post bei. Nach den jüngsten Zahlen erreicht die Huffington Post 2,79 Millionen Unique User (Agof Internet Facts 2014/10). Im Interview mit HORIZONT Online sprechen Chefredakteur Sebastian Matthes und Herausgeber Cherno Jobatey über die Bedeutung der Blogger für die deutsche Huffington Post.

"Die Gastautoren gehören zur DNA der Huffington Post"

Mittlerweile schreiben 2000 Blogger für die deutsche Huffington Post. Wie wichtig sind diese Autoren für das Portal?

Chefredakteur Sebastian Matthes (l.) und Herausgeber Cherno Jobatey
Chefredakteur Sebastian Matthes (l.) und Herausgeber Cherno Jobatey (Bild: Huffington Post)
Cherno Jobatey:
In der Tat. Die Zahl der Blogger ist in Deutschland viel schneller gewachsen, als anfangs gedacht. Darauf sind wir sehr stolz. Denn die Gastautoren gehören zur DNA der Huffington Post. Mit ihnen lassen wir Menschen zu Wort kommen, die wirklich nah an den Themen sind, die uns bewegen. Wir haben Menschen aus Afrika, die über ihre Ebola-Hilfsprojekte gegen Ebola schreiben, Professoren, die die die Schuldenkrise Südeuropas analysieren, Gründer, die ihre ersten Schritte ins Unternehmertum skizzieren und Mütter, die über die neuesten Erziehungsfragen berichten. Sie sind die originären Stimmen, die sonst nirgendwo zu finden sind. Und sie ergänzen das Nachrichtenangebot der Huffington Post, für die weltweit mittlerweile mehr als 800 Kollegen arbeiten.

Sebastian Matthes: Einige waren so erfolgreich, dass sie von Tageszeitungen nachgedruckt wurden. Zuletzt beispielsweise der Blog des griechischen Oppositionsführers Alexis Tsipras, der in einem Gastbeitrag in der Huffington Post beschrieben hat, wie er sich die Zukunft seines Landes vorstellt. Seine Statements schafften es sogar auf die erste Seite der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Welche Blogger ziehen die meisten Leser an?
Jobatey: Einer unserer Blogs war sogar einer der bestgelesenen News-Texte aller Nachrichtenseiten im vergangenen Jahr. Es war der bewegende Brief eines Großvaters an seine Enkelkinder. Dieser Text wurde bislang 1,6 Millionen Mal gelesen. Aber auch andere Blogger haben viele Fans gewonnen. Der Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger etwa, die Ernährungsexpertin Elisabeth Zacharia oder die Schweizer Kolumnistin Yonni Meyer, deren Texte bis zu 800.000 Mal gelesen wurden. An diesen Beispielen zeigt sich auch, wie groß die thematische Bandbreite unter unseren Gastautoren ist.

Ist es angesichts dieser Masse von Autoren nicht schwierig, einzelne Blogger als Marken aufzubauen?
Matthes: Wer eine Marke wird, entscheidet doch letztlich der Leser. Wir sind eine Plattform für all diese unterschiedlichen Stimmen. Was wir jetzt schon sehen: Wer wirklich etwas zu sagen hat, erreicht bei uns schnell ein Publikum von vielen zehntausend, manchmal hunderttausend Lesern.

Wie wichtig sind die Blogger der Huffington Post für die langfristige Leserbindung? Jobatey: Ich glaube, man kann die Bedeutung der Gastautoren für die Huffington Post gar nicht überschätzen. Denn mit ihnen erhalten wir immer wieder einen exklusiven Einblick in die Themen des Alltags, der sonst kaum möglich ist. Nehmen Sie unsere Serie, in der Bundestagsabgeordnete über ihren Alltag geschrieben haben. Zum 25. Jubiläum des Mauerfalls wiederum hatten wir Dutzende Zeitzeugen auf der Seite, die darüber berichtet haben, wie sie den Fall der Mauer erlebt haben. Unter ihnen waren Politiker wie Edmund Stoiber, Heiko Maas, Christian Schmidt, Wolfgang Kubicki, Brigitte Zypries und Michail Gorbatschow.

Matthes: Besonders freue ich mich aber über die sehr erfolgreiche Serie "Türken in Deutschland". Hier schreiben Deutsch-Türken über ihr Leben als Einwanderer, über Unternehmertum und über Vorurteile. Die Texte haben Tausende Menschen bewegt – und zu Diskussionen angeregt. Und darum geht es uns.

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