Ganzseitige "FAZ"-Anzeige Zahlreiche Prominente zeigen sich solidarisch mit Xavier Naidoo

Samstag, 28. November 2015
Die Anzeige erschien in der "FAZ" vom Samstag
Die Anzeige erschien in der "FAZ" vom Samstag
Foto: FAZ / Blendle

In der heutigen Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ist eine ganzseitige Anzeige erschienen, in der sich mehr als 100 Prominente solidarisch mit Xavier Naidoo zeigen. Der Musiker war vom NDR erst zur Teilnahme am Eurovision Song Contest 2016 nominiert worden, nach öffentlicher und interner Kritik zog die Sendeanstalt die Nominierung aber wieder zurück.
Für die im Feuilleton erschienene Anzeige haben mehr als 100 Prominente - darunter viele Medienschaffende - ihren Namen gegeben. Zu ihnen gehören Til Schweiger, Jan Josef Liefers, Mario Adorf und Bülent Ceylan. Eine direkte Forderung oder Botschaft enthält das Motiv nicht. Sie ist lediglich überschrieben mit "Menschen für Xavier Naidoo". Laut Kress.de ging die Aktion von Konzerveranstalter Marek Lieberberg aus. Was die Headline genau bedeuten soll, darüber kann man nur spekulieren. Ein Schluss liegt allerdings nahe: Die Unterzeichnenden drücken ihren Unmut über das öffentliche Theater um Naidoos Nominierung zum Eurovision Song Contest 2016 aus. Der NDR hatte den Sänger erst als alleinigen Kandidaten nominiert. Nachdem sich aber sowohl in der Öffentlichkeit als auch innnerhalb der ARD Widerstand gegen Naidoos Nominierung geregt hatte, ruderte der NDR zurück.
Die Anzeige erschien in der "FAZ" vom Samstag
Die Anzeige erschien in der "FAZ" vom Samstag (Bild: FAZ / Blendle)
Besonders im öffentlich ausgetragenen Teil der Diskussion waren politische Äußerungen Naidoos thematisiert worden. Dieser hatte in der Vergangenheit des Öfteren Thesen vertreten, die auch bei der neuen Rechten kursieren. Besonders ein Auftritt bei den als rechtspopulistisch eingestuften Reichsbürgern im vergangenen Jahr wurde häufig genannt. Naidoo wurde aufgrund seiner Songtexte außerdem Homophobie und Antisemitismus vorgeworfen.
121 Namen stehen auf der Anzeige
121 Namen stehen auf der Anzeige (Bild: FAZ / ire)
Die Anzeige könnte man nun so verstehen, dass Naidoos Kollegen ihn gegen diese Vorwürfe in Schutz nehmen. Oder sie plädieren dafür, politische Äußerungen nicht zum Gegenstand des ESC werden zu lassen, bei dem es ja um die Musik gehen soll. Das Theater um den deutschen Kandidaten für den ESC 2016 - es ist noch nicht vorbei. ire

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