Gamestar und Co IDG verkauft Entertainment-Sparte an Moviepilot-Eigner Webedia

Mittwoch, 29. April 2015
IDG-Chef York von Heimburg
IDG-Chef York von Heimburg
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IDG fokussiert sich noch stärker als bislang auf das B-to-B-Geschäft. Der Münchner Verlag verkauft seine Töchter IDG Entertainment Media, OnlineWelten und IDGPS Media Network an Webedia. Das französische Unternehmen gehört hierzulande mit Plattformen wie Moviepilot.de, Filmstarts.de, Gamespilot.de, Purestars.de und weiteren Social Media-Plattformen bereits jetzt zu den führenden Entertainment-Publishern im Digitalbereich. Nach dem Kinomarkt will sich Webedia nun auch das Games-Segment vornehmen.

Mit dem Verkauf der Tochter IDG Entertainment Media gibt das Münchner Verlagshaus eine ganze Reihe bekannter Marken aus der Hand, die nicht nur im stationären und mobilen Netz, sondern auch ganz klassisch am Kiosk zu finden sind. So gehen unter anderem die IDG-Zeitschriften "Gamestar", "Gamepro" und "MMO" in den Besitz von Webedia über.

Auch im Netz trennt sich IDG von einigen dicken Brocken. Die von Webedia übernommenen Netzwerke, zu denen unter anderem das OnlineWelten-Netzwerk und die Youtube-Gaming-Plattform Allyance gehören, erzielen laut Unternehmensangaben monatlich über 120 Millionen Video-Abrufe und zählen damit zur Spitzengruppe der Vermarkter von Video-und Gaming-Content in Deutschland. Wieviel sich Webedia die Übernahme kosten lässt, ist nicht bekannt. "Zum Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart", erklärt ein Sprecher gegenüber HORIZONT Online.

Wenn es um die Beweggründe für den Verkauf geht, ist IDG etwas auskunftsfreudiger. „IDG fokussiert sich weltweit auf die Kernzielgruppen IT-Entscheider, Line of Business Manager, IT-Professionals und Tech Enthusiasts", sagt Vorstand York von Heimburg. Der Verlag, der in seinem Kernsegment Titel wie "Computerwoche", "CIO", "PC Welt", "Mac Welt" und "ChanelPartner" herausgibt, entwickle sich seit geraumer Zeit zu "einem reinen Tech Media-, Data- und Service-Unternehmen". Mit dem Verkauf werde das jetzt auch in Deutschland umgesetzt, so von Heimburg weiter, der für die verkauften Tochterunternehmen wie die betroffene Belegschaft - so wörtlich - eine "tolle Zukunftsperspektive" sieht.

Ob die Zukunft tatsächlich so rosig ist, wird man abwarten müssen. Webedia hat jedenfalls große Pläne in Deutschland. Das 2007 gegründete Unternehmen, das 2013 von der Holding Company Fimalac, dem Eigentümer der Rating-Agentur Fitch, für mehr als 70 Millionen Euro übernommen wurde und letztes Jahr rund 100 Millionen Euro umsetzte, ist nach eigenen Angaben das drittgrößtes Digital-Unternehmen in Frankreich. In Deutschland, wo Webedia mit Seiten wie Moviepilot.de, Filmstarts.de, Gamespilot.de, Purestars.de und weiteren Social Media-Plattformen vor allem im Kino-Segment ein Big Player ist, will das Unternehmen nun auch im Games-Segment angreifen. mas

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