"Gala Look" Wie Gruner + Jahr hinter die Kulissen des Glamours blickt

Dienstag, 12. November 2013
"Gala Look" steht ab Mittwoch am Kiosk
"Gala Look" steht ab Mittwoch am Kiosk

Die quirlige Hektik außerhalb des roten Teppichs, wenn die Stylistin zum letzten Mal an der Robe ihres Schützlings zupft, kurz vor Beginn des Blitzlichtgewitters Momente, die es normalerweise nur selten in die People- und Lifestyle-Magazine schaffen. Bis jetzt: Mit "Gala Look" wirft Gruner + Jahr ab morgen einen Blick hinter die Kulissen von Glanz und Glamour. "Wenn Sandra Bullock über den roten Teppich geht, hat ein ganzer Stab an Stylisten bereits fantastische Arbeit geleistet", sagt Chefredakteur Christian Krug im Interview mit HORIZONT.NET. Herr Krug, was hat "Gala Look", was all die anderen Mode-, Fashion- und Lifestyle-Magazine nicht haben? "Gala Look" wirft einen Blick hinter die Kulissen und decodiert das Gesamtprodukt Star. Es ist ja so: Bei unserer Bildredaktion laufen pro Tag um die 32.000 Bilder ein, am Wochenende sind es 90.000. Darunter sind immer auch sensationelle Aufnahmen, auf denen der große Aufwand, der mit einem bestimmten Event verbunden ist, dokumentiert wird. Wenn Sandra Bullock über den roten Teppich geht, hat ein ganzer Stab an Stylisten bereits fantastische Arbeit geleistet. Hier setzt Gala Look an und zeigt: Wer steckt hinter dem Star-Style, mit welchem Ziel wird was gemacht? Wir haben sämtliche Branchenveranstaltungen stärker besetzt, oft mit eigenen Fotografen und Teams gearbeitet, Designer, Stars und Stylisten kontaktiert. Wir wollen viel tiefer gehen in der Berichterstattung, um vom flüchtigen Moment auf dem Roten Teppich wegzukommen.

Chefredakteur Christian Krug
Chefredakteur Christian Krug
Die Line Extension als Hintergrundmagazin der "Gala"?
"Gala Look" hat tatsächlich einen deutlich stärkeren erklärenden Aspekt als das Hauptheft. Deshalb gibt es zwar auch tolle, opulente Bilder, aber eben auch viele längere Stücke, längere Interviews, die den Hintergrund der ganzen Industrie beleuchten. Der Star-Look ist ja nie zufällig. Er ist durchkomponiert vom Nagellack bis zur Haarfarbe und ist immer auch ein Statement. "Gala Look" zeigt, meiner Meinung als erstes Heft Deutschlands, was die Stylisten wollen und welcher Aufwand hinter den Red-Carpet-Looks steckt. Wir haben zum Beispiel Rachel Zoe portraitiert, eine Stylistin in Los Angeles. Sie hat mittlerweile 30 Mitarbeiter, die sich nur um den Look der Stars kümmern. Parallel dazu lassen wir für unsere Leser einen ähnlichen, aber erschwinglichen Look erstellen, angefangen von den Haaren über Kosmetik, Schmuck und Kleidung bis hin zu den Schuhen. "Gala Look" ist ein Heft für Fashionistas, die Glamour lieben.

Mit welchen Erwartungen starten Sie in den Markt? Es gibt keine Zielvorgaben. Natürlich hoffe ich, dass wir unsere Leser begeistern können, weil wir ein Heft anbieten, das einen Themenbereich vertieft, den wir in der Breite normalerweise nicht darstellen können. "Gala Look" ist unser Luxus-Highend-Modemagazin. Der Erfolg im deutschen Zeitschriftenmarkt, in dem es sowieso keine großen Marktlücken mehr gibt, liegt immer darin, genug Leser zu begeistern. Mit "Gala Look" glauben wir, das zu schaffen.

Sie sind seit etwas über einem Jahr Chefredakteur der "Gala". Was waren abgesehen von "Gala Look" die größten Herausforderungen bisher? Grundsätzlich war es spannend, sich überhaupt mit einer Marke, die im Jahr 52 Mal und mit zusätzlichen Line-Extensions erscheint, auseinanderzusetzen und zu decodieren, wie man die Erfolgsfaktoren aus der Vergangenheit in die Zukunft transportieren kann. Die größte Herausforderung war es, eine alte Stärke der "Gala" neu zu beleben: die Inszenierung von Stars. Nur deshalb ist "Gala" ein Medium, mit dem berühmte Menschen gerne Kontakt haben. Bei uns gab es schon immer aufsehenerregende Fotoproduktionen - und in der nächsten Zeit noch häufiger. Zusätzlich feilen wir am Storytelling, an exklusiven Informationen, an den Gesichtern für den Titel. Bei letzteren haben wir das dafür in Frage kommende Personal deutlich erweitert, was die Marke unmittelbar belebt hat.

Inwiefern wirft der im Hause Gruner + Jahr angekündigte Konzernumbau bereits seine Schatten auf "Gala" voraus? Die Geschwindigkeit, in der hier Entscheidungen gefällt werden, hat sich wahnsinnig beschleunigt, die Wege sind sehr kurz. Wenn ich eine Idee für "Gala" habe und sie vorschlage, bekomme ich innerhalb kürzester Zeit eine Antwort und falls die Idee überzeugt auch das Budget dafür - die Umschlagkraft für Ideen hat sich enorm erhöht. "Gala Look" ist der beste Beweis dafür.

Krug bringt die 164 Seiten starke Line Extension der "Gala" mit dem Team um Anne Meyer-Minnemann und Marcus Luft an den Kiosk, beide sind Mitglieder der Chefredaktion. Bei der Druckauflage wird nicht gekleckert, 130.000 Exemplare stehen ab Mittwoch zum Copypreis von 3,80 Euro in den Regalen. Begleitet wird der Launch zudem von einer Marketingkampagne, die aus einem Mix aus Print-Anzeigen und Digital Out-of-Home an Bahnhöfen besteht. Für die Gestaltung zeichnet die Hamburger Werbeagentur Grimm Gallun Holtappels verantwortlich. kl

Eindrücke aus dem Heft (Bilder: G+J):

Schauspielerin Jennifer Lawrence kämpft mit 50 Meter Seidenjacquard
Schauspielerin Jennifer Lawrence kämpft mit 50 Meter Seidenjacquard


Rotes Kleid plus roter Teppich ergibt absolute Aufmerksamkeit
Rotes Kleid plus roter Teppich ergibt absolute Aufmerksamkeit


Nächster Trend laut "Gala Look": Spitze
Nächster Trend laut "Gala Look": Spitze


Goldige Stars in goldigen Roben
Goldige Stars in goldigen Roben


Interessant: ein Blick hinter die Kulissen bei Star-Stylistin Rachel Zoe
Interessant: ein Blick hinter die Kulissen bei Star-Stylistin Rachel Zoe


Designer Michael Kors im Porträt
Designer Michael Kors im Porträt
Meist gelesen
stats