G+J "Schöner Wohnen" startet Möbelkollektion / Verlagsfoyer wird zum Showroom

Donnerstag, 05. Januar 2017
"Schöner Wohnen" sucht nach neuen Erlösquellen
"Schöner Wohnen" sucht nach neuen Erlösquellen
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Möbel Möbelkollektion Gruner + Jahr


Da legst di nieder: Ab Frühjahr lässt Gruner + Jahr unter der Marke seiner Zeitschrift „Schöner Wohnen“ auch große Möbel verkaufen. Damit will der Livingtitel seine Lizenzumsätze steigern – riskiert aber, wichtige Anzeigenkunden zu vergrätzen.

Für sein neues Projekt hat der Verlag Lizenzen an sieben mittelständische Hersteller vergeben. Verkauft werden die Betten, Sofas, Schränke, Tische und Stühle über den Möbelhandel. Die Kollektion erweitert die seit über 15 Jahren bestehende Lizenzproduktpalette aus Wandfarben, Fliesen und Teppichen, die nicht nur im Handel, sondern teils auch bereits über den im August gestarteten "Schöner Wohnen"-Onlineshop erhältlich ist, ebenso wie Deko-Artikel und Kleinmöbel anderer Marken.

Die großen Möbelstücke wird es vorerst nicht im Internetshop von „Schöner Wohnen“ geben, weil die Abwicklung des Versands hier komplizierter ist und weil G+J neben den Herstellern nicht auch noch dem Handel als Anzeigenklientel Konkurrenz machen möchte. Mittelfristig aber gilt: „Unser Ziel ist es, den Shop zum Vollsortimenter auszubauen“, sagte Publisher Matthias Frei im Sommer.

Anfang März stellt er die Kollektion Fachbesuchern und Handelspartnern im Rahmen einer „Hausmesse“ im Verlagsfoyer vor. Man darf davon ausgehen, dass „Schöner Wohnen“ seine Möbel im eigenen Heft und online massiv bewerben wird. Wichtige Anzeigenkunden von Herstellerseite dürften allerdings weniger begeistert sein über die neuen Aktivitäten des Verlags. Sie wurden in Einzelgesprächen beruhigt. Das Argument: Alle hätten doch etwas davon, wenn die „Schöner Wohnen“-Kollektion mehr Menschen in den Möbelhandel locke. „Mit der Kraft unserer Medienmarke und der großen Reichweite wollen wir Konsumenten für den Möbelkauf begeistern“, erklärt Frei.

Wichtig ist ihm auch ein anderer Aspekt: „,Schöner Wohnen‘ ist die Medienmarke in Deutschland mit dem höchsten Diversifikationsgrad.“ Die Ziele sind ehrgeizig: In seiner Living-Gruppe will Frei mit Handelsgeschäften – Transaktionserlöse beim Onlineshop, Lizenzerlöse bei den Markenkollektionen – mittelfristig so hohe Erlöse erzielen wie mit dem Print-Vertrieb. Das Gros steuert weiter Werbung bei, davon 90 Prozent Print. rp

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