G+J-Produktchef Stephan Schäfer zum Aus von "Frei" "Wegmarken deutlich verfehlt"

Donnerstag, 16. Juni 2016
Stephan Schäfer
Stephan Schäfer
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Stephan Schäfer Gruner + Jahr


Aufmunterung vom Chef: Gruner + Jahr stellt seinen Wochentitel „Frei“ ein – das ist seit Donnerstagmittag bekannt. Im G+J-Intranet erklärt Produkt-Geschäftsführer Stephan Schäfer seinen Kollegen, warum er nach gut vier Monaten den Stecker zieht.

Das Ziel sei gewesen, im Markt der wöchentlichen Frauenzeitschriften Fuß zu fassen. "Wir haben unsere Wegmarken nicht knapp verfehlt, sondern deutlich", schreibt Schäfer in einem Brief an die Mitarbeiter, der HORIZONT Online vorliegt. Es habe deshalb "aus Sicht aller Verantwortlichen keine Aussicht auf Erfolg mehr gehabt, das Magazin fortzusetzen". Zahlen dazu nennt Schäfer nicht – (mehr dazu hier).

Eine generelle Absage ans Segment der Women’s Weeklys verbindet er damit jedoch nicht. Er sei "weiter überzeugt, dass dieser Markt eine Innovation gut gebrauchen kann". G+J wolle jedenfalls weiter Neues wagen: "Wir können das tun, weil wir agiler vorgehen als in der Vergangenheit." Bezogen auf "Frei" hat das bedeutet, sich Kollegen aus anderen Verlagsbereichen auszuleihen und ansonsten vorwiegend befristete Verträge einzugehen.

An anderer Stelle seines Briefes macht Schäfer die Kehrseite der Agilität deutlich: "Wir müssen auch viel konsequenter sein, wenn es nicht klappt." Rund zehn Stellen dürften nun vom Aus betroffen sein. Der Verlag werde sich "bemühen, allen Kolleginnen und Kollegen im Rahmen der Laufzeit ihres Vertrags die Chance zu geben, in anderen Redaktionen des Hauses zu arbeiten". rp

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