G+J "Neon" und "Nido" wehren sich gegen Umzug nach Hamburg

Dienstag, 22. Oktober 2013
Die Redaktion von "Neon" will in München bleiben
Die Redaktion von "Neon" will in München bleiben
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Gruner + Jahr stößt bei der geplanten Auflösung des Standortes München auf Widerstand. Die Redaktionen von "Neon" und "Nido" wehren sich gegen einen Umzug nach Hamburg. Nun will der Verlag den betroffenen Mitarbeitern zwei Monate länger Bedenkzeit geben. Mit der Neuformierung der bisherigen Verlagsgruppen in sogenannte "Communities of Interest" sollen die jungen Magazin "Neon" und "Nido" künftig zusammen mit dem Mutterblatt "Stern", dessen Ablegern "View" und "Viva" sowie dem Kunstmagazin "Art" am Standort Hamburg in der Community News zusammengefasst werden. Bis Anfang November haben die rund 120 betroffenen Mitarbeiter Zeit sich zu entscheiden, ob sie umziehen wollen oder sich auf einen Abfindung einlassen.

Wie die "Frankfurter Allgemeine" berichtet, will Gruner + Jahr den Mitarbeitern in München die Entscheidung mit 5000 Euro für Umzugskosten, weiteren 5000 Euro "Einrichtungshilfe" sowie Freiflügen nach München schmackhaft machen. Doch offensichtlich haben die finanziellen Anreize bei "Neon" und dessen Ableger "Nido" nicht gefruchtet. Laut "FAZ" weigern sich die Redaktionen der beiden Titel "nahezu komplett", nach Hamburg umzuziehen.

Die Weigerung, nach Hamburg umzuziehen, hängt sicher auch mit der besonderen Geschichte des Magazins für junge Erwachsene zusammen: Keimzelle von "Neon" ist die ehemalige Redaktion des Jugendmagazins "Jetzt" der "Süddeutschen Zeitung" - die Redaktion ist fest in München verwurzelt. Man habe die Unabhängigkeit von Hamburg immer "als beflügelnd empfunden" heißt es aus der Redaktion. Solange "Neon" von Erfolg zu Erfolg eilte und Gruner + Jahr gutes Geld mit dem Titel verdiente, stand die Unabhängigkeit und der Standort der Redaktion in München nie in Frage. Nun haben die Probleme von Gruner + Jahr, die mit einem grundlegenden Umbau gelöst werden sollen, auch den Standort München erreicht.

Die betroffenen Mitarbeiter sollen nun zunächst zwei Monate länger Bedenkzeit bekommen. Bei Gruner + Jahr heißt es, die Gespräche mit den Mitarbeitern und dem Betriebsrat laufen noch. Denkbar sei ein Umzug in Etappen: So könnte zunächst die Redaktion von "Eltern" nach Hamburg umziehen, danach "P.M." und im Februar schließlich "Neon" und "Nido". dh
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